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01.07.2019 - 11:58
Betrug

Abzocke rechtzeitig erkennen: So verraten sich Fake-Shops

Identitätsprüfungen bei Domains - Problem gelöst?

Marken­mode, Spiel­konsolen, Smart­phones: Gerade bei teuren Konsum­gütern geht man online gerne auf Schnäpp­chen­jagd. Das wissen auch Betrüger und stellen mit Fake-Shops ihre Fallen auf.

Ihre Masche: Ware wird nach Vorkasse gar nicht oder nur in minder­wertiger Qualität gelie­fert. Verbrau­cher haben aller­dings gute Chancen, die falschen Seiten recht­zeitig zu enttarnen. Der Verbrau­cher­zentrale Bundes­verband erklärt, wie das geht:

Fake Shops im Internet bleiben ein Problem

Fake Shops im Internet bleiben ein Problem
Bild: dpa

Auffäl­lige Adresse: Gewarnt sein sollten Käufer, wenn eine eigent­lich bekannte Webadresse Unge­reimt­heiten aufweist - zum Beispiel eine weitere Domain-Endung wie ".de.com", wo eigent­lich nur ".de" stehen sollte. Auch wenn die Adresse über­haupt nicht zum Inhalt der Seite passt, ist Skepsis ange­bracht.

Viel zu günstig: Fake-Shops müssen nicht zwin­gend extrem billig sein. Aber wenn ein Preis eigent­lich zu gut ist, um wahr zu sein, ist er es mit hoher Wahr­schein­lich­keit auch nicht. Von der Gestal­tung der Seiten sollten sich Verbrau­cher nicht blenden lassen: Die ist nämlich oft durchaus oder zumin­dest annä­hernd profes­sionell.

Nur Vorkasse: Vorder­gründig bieten die falschen Händler oft viele Bezahl­möglich­keiten an. Beim letzten Bestell­schritt bleibt dann aber auf einmal nur noch Vorkasse übrig, etwa in Form einer Über­weisung. Dann sollte man den Kauf sofort abbre­chen, empfehlen die Experten.

Spär­liche Kontakt­angaben: Gibt es keine oder kaum Angaben zur Erreich­barkeit und ist ein Impressum nicht vorhanden oder unvoll­ständig, so sind das schlechte Zeichen. Denn die Unter­nehmer­iden­tität muss klar ersicht­lich sein. Dazu müssen im Impressum die Post­adresse, ein Vertre­tungs­berech­tigter und eine E-Mail-Adresse sowie ein Verweis auf die Handels­regis­ternummer stehen. Letz­tere lässt sich unter handelsregister.de prüfen.

Fantasie-Siegel und Siegel-Miss­brauch: Nicht täuschen lassen sollten sich Verbrau­cher von frei erfun­denen Siegeln, die keine Aussa­gekraft haben. Es kann aller­dings auch sein, dass Fake-Shops echte Güte­siegel unrecht­mäßig anzeigen. Enttarnen kann man diesen Betrug durch einen Klick auf das jewei­lige Siegel: Ist es echt, gibt es eine Verlin­kung zu einem Zerti­fikat des Siegel-Anbie­ters. Empfeh­lens­werte Siegel werden online unter internet-guetesiegel.de vorge­stellt.

Falsche Bewer­tungen: Sich allein auf die Kunden­bewer­tungen inner­halb eines Shops zu verlassen, ist gefähr­lich - insbe­sondere dann, wenn diese fast ausschließ­lich sehr gut ausfallen oder sich Lobes­hymnen häufen. Oft kann es hilf­reicher sein, Such­maschinen mit dem Namen des Shops zu füttern, um Erfah­rungen oder Warnungen Anderer zu finden.

Zusam­menge­schus­terte AGB: Sind keine Allge­meinen Geschäfts­bedin­gungen (AGB) auf der Seite zu finden, sollte man gar nicht erst bestellen, raten die Verbrau­cher­schützer. Das gilt aber auch dann, wenn die AGB offen­sicht­lich frei erfunden, zusam­menko­piert oder in einem schlechten Deutsch aus einem Über­setzungs­programm daher­kommen.

Was tun, wenn man in die Falle getappt ist? Wer schon Geld über­wiesen hat, sollte umge­hend seine Bank auffor­dern, die Zahlung rück­gängig zu machen, raten die Verbrau­cher­schützer. Wenige Stunden nach einer Online-Bestel­lung sei dies meist noch möglich. Alle Belege sollten möglichst gesi­chert werden. Dazu gehören Kauf­vertrag, Bestell­bestä­tigung, E-Mails, ein Screen­shot des Ange­bots und des Impres­sums - falls vorhanden - sowie Bank­verbin­dung und verwen­dete E-Mail-Adresse der Täter sowie die Inter­netadresse des Shops.

Mit diesen Unter­lagen kann man dann Straf­anzeige bei jeder Poli­zeidienst­stelle oder online bei der Inter­netwache des jewei­ligen Bundes­landes stellen - selbst wenn die Bestel­lung länger zurück­liegt.

In einem sepa­raten Ratgeber geben wir konkrete Tipps, wie Sie einen seriösen Online-Shop erkennen.

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dpa /

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