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23.01.2019 - 14:50
Davos

Zugpferd 5G in Davos: 2019 wird gutes Jahr für Branche

Telekommunikationsbranche gibt sich zuversichtlich

Seit gestern läuft das Welt­wirt­schafts­forum (World Economic Forum) im schwei­ze­ri­schen Davos. Drei Tage werden sich hoch­ran­gige Wirt­schafts­ver­treter und Welt­po­li­tiker treffen und mitein­ander über aktu­elle Themen aus der Wirt­schaft disku­tieren. Dabei geht es auch um "5G", einem welt­weiten Stan­dard, der auf verschie­denen Frequenzen und in verschie­denen Regionen bereits ausge­rollt wurde oder bald wird.

Die Tech­no­lo­gie­branche steht nach Aussage von Indus­trie-Mana­gern vor einem guten Jahr 2019. „Viele Tech­no­lo­gien sind derzeit an einem Wende­punkt“, sagte der Verwal­tungs­rats-Vize­chef des chine­si­schen Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­mens Huawei, Ken Hu, gestern auf der Jahres­ta­gung des Welt­wirt­schafts­fo­rums in Davos. Insge­samt dürfte es ein großes Jahr für die "Tech-Indus­trie" werden, in dem der neue Mobil­funk­stan­dard 5G die Haupt­rolle spielen werde.

Der Professor für Okonomie, Klaus Schwab, ist der Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Der Professor für Okonomie, Klaus Schwab, ist der Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos.
Foto: Picture Alliance / dpa

Ähnlich sieht es Rajeev Suri, Chef des finni­schen Netz­werk­aus­rüs­ters Nokia-Networks: "Künftig wird der tech­no­lo­gi­sche Fort­schritt viel mehr Menschen zugute kommen!" Die große Kluft der Vergan­gen­heit zwischen Menschen mit Zugang zur Digi­ta­li­sie­rung und solchen ohne Zugang werde keine Rolle mehr spielen, da viel mehr Leute Zugang zur Technik erhalten würden. Durch moderne Technik wie den schnellen Daten­funk 5G würden zudem immer mehr Rechen­leis­tung und Daten­spei­cher dezen­tra­li­siert vor Ort möglich.

Der 5G-Mobil­funk­stan­dard soll deut­lich schnel­lere Daten­über­tra­gungs­raten und mehr Stabi­lität bringen als der derzeit schnellste Stan­dard LTE/4G. Die Tech­no­lo­gie­branche erhofft sich damit gute Geschäfte, große Anbieter sind neben Huawei und Nokia etwa auch der schwe­di­sche Wett­be­werber Ericsson. Poli­ti­sche Turbu­lenzen Doch gerade auf die chine­si­schen Hersteller kommen Turbu­lenzen zu: In den USA und neuer­dings auch in Deutsch­land sind die Chinesen von Huawei (und ZTE) zuletzt wegen Sicher­heits­be­denken rund um ihre Daten­netz­werke schwer unter Druck geraten. Vom US-Netz­werk-Markt - etwa bei der Ausrüs­tung von Mobil­funk­sen­de­sta­tionen und Vermitt­lungs­knoten - ist der Konzern prak­tisch ausge­schlossen. Dabei spielen neben nach­voll­zieh­baren Sicher­heits­be­denken sicher auch handels­po­li­ti­sche Über­le­gungen eine Rolle. US-Behörden drängen andere Staaten, ihrem Beispiel zu folgen. In Austra­lien und Neusee­land stehen chine­si­sche Netz­werk­lie­fe­ranten bereits auf einer "schwarzen Liste", in Groß­bri­tan­nien und Norwegen gibt es bereits ein Umdenken oder mögliche Schritte werden noch geprüft. Auch in Deutsch­land wird neuer­dings über den Einsatz von Huawei-Produkten beim Ausbau des 5G-Mobil­funk­netzes disku­tiert, für das im Früh­jahr erste Lizenzen vergeben werden. Viele Netz­werk­be­treiber setzen parallel auf mehrere Liefe­ranten ("Multi vendor Stra­tegie"), um nicht zu abhängig zu werden und im Problem­fall auf andere Technik und deren Liefe­ranten auswei­chen zu können.

Die Orga­ni­sa­toren des World-Economic-Forum haben die Zeichen der Zeit erkannt. Gestern Nach­mittag disku­tierten sie das verstärkte Auftau­chen von "Techno-Natio­na­lismus", also die Idee, wich­tige Produkte möglichst nur noch im eigenen Land zu kaufen oder herzu­stellen. Im Zeit­alter einer immer stärker vernetzten Welt ein schwie­riges bis unmög­li­ches Unter­fangen. Ander­seits ist es für die globale Welt nach wie vor wichtig, wenn die Akteure sich - teils hinter verschlos­senen Türen - treffen und sich austau­schen und ihre Probleme lösen, bevor sie Schaden anrichten.

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mit Material von dpa

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