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05.07.2019 - 15:44
Radio

Trotz DAB+: Darum darf UKW nicht abgeschaltet werden

Kleinerer "Overspill" zerstört Hörgewohnheiten

Inhaltsverzeichnis:

  1. DAB+ seit acht Jahren auf Sendung
  2. Klei­nerer Overs­pill auf DAB+
  3. Versor­gungs­auftrag ist kein Argu­ment
  4. Alles auf einer Seite lesen

Seit 2011 gibt es das terres­trische Digi­talradio DAB+ in Deutsch­land. Die Sender­netze werden immer weiter ausge­baut. In weiten Teilen Deutsch­lands haben Radio­hörer bereits die Möglich­keit, Programme terres­trisch nicht nur analog über UKW, sondern auch digital über DAB+ zu empfangen. Die Verkaufs­zahlen für Empfangs­geräte entwi­ckeln sich positiv und auch die tatsäch­liche Nutzung steigt konti­nuier­lich, wenn auch nicht so stark, wie von Opti­misten viel­leicht erhofft.

In Norwegen wurde der UKW-Rund­funk bereits weit­gehend einge­stellt, die Schweiz will das analoge Radio eben­falls in den kommenden Jahren abschalten. Doch ist eine UKW-Einstel­lung über­haupt erstre­bens­wert? Aus Sicht der Programm­veran­stalter ist es nach­voll­ziehbar, dass man sich lang­fristig von einem Verbrei­tungsweg trennen muss, da die paral­lele Abstrah­lung auf DAB+ und UKW Kosten verur­sacht, die sich redu­zieren ließen.

Dem gegen­über stehen die Hörer, die ihre gewohnten Programme nicht verlieren, sondern in der digi­talen Welt weiterhin empfangen möchten, wie sie es seit Jahr­zehnten von UKW gewohnt sind. Und genau da gibt es auch acht Jahre nach dem DAB+-Start in Deutsch­land nach wie vor Defi­zite. Viele Deutsch­land­funk-Hörer unzu­frieden

Sendeanlagen auf dem Großen Feldberg/Taunus

Sendeanlagen auf dem Großen Feldberg/Taunus
Foto: teltarif.de

Der Deutsch­land­funk befragte im Herbst 2018 die Hörer seiner Medi­ensen­dung "Mediasres" über ihre Zufrie­denheit mit dem Empfang des Programms über das terres­trische Digi­talradio. Dabei gab es uner­wartet viele kriti­sche Stimmen von Nutzern, die von Ausset­zern - etwa beim mobilen Empfang im Auto - spra­chen. Dabei sind die Deutsch­land­radio-Programme über den in weiten Teilen Deutsch­lands gut ausge­bauten Multi­plex im Kanal 5C zu empfangen - sogar mit besserem Fehler­schutz als die im glei­chen Programm­paket verbrei­teten Privat­radios.

Die DAB+-Sender arbeiten auf höheren Frequenzen als der analoge UKW-Rund­funk. Dadurch breiten sich die Wellen physi­kalisch bedingt "licht­ähnli­cher" aus als im UKW-Bereich. So muss das Sender­netz klein­zelliger ausge­baut werden als auf UKW, um eine sichere Versor­gung - gerade auch inner­halb von Gebäuden - zu gewähr­leisten. Eine Erhö­hung der Sende­leis­tungen an den schon bestehenden Stand­orten kann sich sogar kontra­produktiv auswirken. Kommt es nämlich zu Lauf­zeit­unter­schieden beim paral­lelen Empfang mehrerer Sender aus einem Multi­plex, so wird der Empfang schlechter statt besser. Hörer müssen sich umge­wöhnen Die schlechte Hörer­kritik dürfte aber auch damit zusam­menhängen, dass die Nutzer sich umge­wöhnen müssen. Wird ein UKW-Radio an einem etwas ungüns­tigeren Ort in der Wohnung aufge­baut, so ist viel­leicht das Stereo­signal leicht verrauscht. Man kann das Programm aber noch gut hören - in Mono ggf. sogar rausch­frei. Macht man das gleiche mit einem DAB+-Radio, so kommt es zu Ausset­zern oder das Gerät schaltet sogar ganz stumm.

Nimmt man wiederum in Kauf, dass der Empfänger beispiels­weise an einer Außen­wand oder in Fens­ternähe aufge­stellt werden muss, so bringt das Digi­talradio in schlecht versorgten Gegenden auch Vorteile gegen­über UKW. Während die UKW-Signale mögli­cher­weise mit einer einfa­chen Tele­skop­antenne am Radio gar nicht rausch­frei herein­kommen, ist der DAB+-Empfang lupen­rein - wenn er denn funk­tioniert.

Auf Seite 2 lesen Sie, wie der klei­nere Overs­pill bei DAB+ zu Einschrän­kungen beim Empfang führt.

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