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11.07.2018 - 17:35
Digitalradio

EU-Parlament votiert für Digitalradio-Pflicht in Neuwagen

DAB+ muss verpflichtend ab Werk integriert werden

Jedes in der EU verkaufte Fahrzeug muss künftig ab Werk Zugang zu digital-terrestrischem Radioempfang (DAB/DAB+) bieten. Heute votierte das Europäische Parlament für einen entsprechenden neuen Kodex. Das positive Abstimmungsergebnis im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) muss jedoch nach der Sommerpause noch vom Plenum abgesegnet werden. DAB+-Pflicht gilt nur für Autoradios

Jedes in der EU verkaufte Fahrzeug muss künftig DAB+-Empfang an Bord haben

Jedes in der EU verkaufte Fahrzeug muss künftig DAB+-Empfang an Bord haben
Quelle: Youtube, Screenshot: Michael Fuhr

Ursprünglich war diese DAB+-Pflicht für alle Radiogeräte geplant, nun beschränkt sich die Richtlinie, die von den Mitgliedsstaaten in nationalen Gesetzen wie dem deutschen Telekommunikationsgesetz (TKG) übernommen werden muss, ausschließlich auf Autoradios. Das bedeutet: Im Handel dürfen weiter auch rein analoge UKW-Empfänger ohne Digitalradio-Empfang angeboten werden.

Ein großer Schritt für das Digitalradio wäre die Richtlinie aber dennoch: Bisher verfügen die meisten Autoradios oder Car Hifi Systeme ab Werk nur Zugang zu analogem Radioempfang, für das Digitalradio DAB+ sind zum Teil satte Aufpreise fällig.

Mit dem neuen Kodex ist zudem gewährleistet, dass EU-Bürger auch nach einer UKW-Abschaltung weiter Radioempfang im Auto haben. Mehrere europäische Länder wie die Schweiz wollen sich von UKW trennen, Norwegen hat das analoge Radio bereits abgeschaltet. EBU begrüßt Votum Die European Broadcasting Union (EBU) begrüßte das heutige Votum des Europäischen Parlaments, das die bestehenden Must-Carry-Regeln aktualisiert und eine breitere Auswahl an Free-to-Air-Radio-Inhalten ermöglicht. Die Abstimmung im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) des Europäischen Parlaments habe formell eine politische Einigung im Trilog über einen neuen elektronischen Kommunikations-Codex der EU gebilligt, heißt es. Der Kodex unterstütze den Übergang zum digitalen Radio und eröffne Sendern und Hörern neue Möglichkeiten, wie es in der Vergangenheit auch bei der Einführung des digitalen Fernsehens geschah.

Der Leiter der EU-Regulierungspolitik Wouter Gekiere hofft, dass die neue Richtlinie "auch die Rundfunkanstalten ermutigt, weiterhin innovative Radiodienste für EU-Zielgruppen zu entwickeln."

Die IBU hofft, dass das Plenum des EU-Parlaments nach dem Sommer über das Thema abstimmen wird. Der Kodex aktualisiert den bestehenden Regulierungsrahmen für die Telekommunikation aus dem Jahr 2009.

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