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24.12.2018 - 15:20
Digital

So lässt sich der DAB+-Empfang verbessern

Tipps zum störungsfreien Radioempfang

Unter dem einen oder anderen Weih­nachts­baum landet in diesem Jahr sicher auch ein DAB+-Radio. Die Sender­netze für das terres­tri­sche Digi­tal­radio werden seit 2011 auf- und ausge­baut, sind von einer Flächen­de­ckung aber noch weit entfernt. Wer in unmit­tel­barer Sender­nähe wohnt, wird in den meisten Fällen störungs­freien Empfang haben. Proble­ma­tisch wird es, wenn die Entfer­nung zum Sender größer ist oder wenn die Topo­grafie dafür sorgt, dass die empfan­genen Signale schwä­cher als viel­leicht erwartet sind.

Wer sein Radio dort aufbaut, wo es am schönsten aussieht, wird teil­weise viel­leicht gar keinen Empfang haben oder es gibt Aussetzer. Dieser Effekt kann vor allem dann auftreten, wenn das Gerät mitten im Raum betrieben wird. Plat­ziert man den Empfänger hingegen in der Nähe eines Fens­ters oder zumin­dest einer Außen­wand, so steigt der Signal­pegel an und die Programme, die mitten im Raum nur mit Ausset­zern zu empfangen waren, kommen nun störungs­frei herein. Neuer Sender­such­lauf kann für zusätz­liche Programme sorgen

DAB+-Empfang lässt sich verbessern

DAB+-Empfang lässt sich verbessern
Foto: Alan Electronics

In Fens­ter­nähe kann es sich auch lohnen, einen neuen Sender­such­lauf durch­zu­führen. Nicht selten werden hier zusätz­liche Multi­plexe und demnach Programme einge­lesen. Ganz unter­schied­lich können die Erfah­rungen auch in verschie­denen Räumen in der Wohnung sein - insbe­son­dere wenn man mehr als die Orts­sender empfangen möchte, sondern viel­leicht auch Programme aus benach­barten Bundes­län­dern.

Beispiel: Im hessi­schen Spes­sart konnten wir den Multi­plex des Mittel­deut­schen Rund­funks an einem nach Südosten zeigenden Fenster sehr gut empfangen, an einem nach Nord­westen zeigenden Fenster hingegen nur mit Ausset­zern. Umge­kehrt verhielt es sich am glei­chen Standort mit dem Multi­plex der nord­hes­si­schen Privat­ra­dios. Dieser war am Nord­west-Fenster gut zu empfangen, auf der gegen­über­lie­genden Seite der Wohnung hingegen über­haupt nicht.

Beson­ders proble­ma­tisch ist der Empfang im Keller­ge­schoss und teil­weise auch noch im Erdge­schoss. Das kennt man bereits vom Handy­emp­fang. Hier tun sich die Funk­wellen schwer, noch zum Empfänger zu gelangen. Abhilfe kann eine Außen­an­tenne schaffen, wobei man beim Empfän­ger­kauf darauf achten muss, dass es hierfür auch einen entspre­chenden Anschluss gibt. Viele Radios haben einen "geheimen" Anten­nen­an­schluss Tipp: Oft ist das zwar "offi­ziell" nicht der Fall. Die Tele­sko­p­an­tenne lässt sich aber abschrauben und darunter liegt eine F-Buchse, wie man sie auch vom Satel­liten-Receiver kennt. Darüber kann die externe Antenne dann ange­schlossen werden. Diese Antenne ist oft ohnehin noch vom früheren TV-Empfang über die Dach­an­tenne vorhanden. Insbe­son­dere das Erste Programm der ARD wurde nämlich früher im glei­chen Frequenz­be­reich (Band III) ausge­strahlt, der heute für DAB+ genutzt wird.

Ist es nicht möglich, eine Dach­an­tenne zu betreiben, so wäre der unauf­fäl­lige Aufbau auf dem Balkon viel­leicht eine Alter­na­tive. Eine weitere Möglich­keit wäre eine Zimmer­an­tenne, wie sie auch für das terres­tri­sche Fern­sehen ange­boten hat. Diese muss aller­dings zwin­gend neben den heute für DVB-T(2) genutzten Bändern IV und V zwin­gend auch das Band III abde­cken. Mit Außen­an­tenne dem heimi­schen Stör­nebel entgehen Mit einer Außen­an­tenne sind oft auch zusätz­liche Programme zu empfangen, die mit der Tele­sko­p­an­tenne am Radio niemals zu empfangen wären, weil die Sende­masten weiter entfernt sind und das Signal entspre­chend schwach ist. An unserem Beispiel­standort im hessi­schen Spes­sart sind mit der Dach­an­tenne nicht nur der bundes­weite Multi­plex und die Programme aus Hessen und dem benach­barten Bayern zu empfangen, sondern auch Südwest­rund­funk, RPR1 und bigFM aus Rhein­land-Pfalz und - stabiler als mit der Tele­sko­p­an­tenne - der Mittel­deut­sche Rund­funk aus Thüringen. Aus Bayern sind zudem zusätz­liche Radio­sta­tionen zu hören.

Mit der Außen­an­tenne entgeht man nicht zuletzt auch dem häus­li­chen Stör­nebel. Computer, LED-Lampen, Schalt­netz­teile usw. sind poten­zi­elle Stör­quellen, die in einem begrenzten Umfeld den Empfang der digi­talen Radio­si­gnale verschlech­tern oder sogar unmög­lich machen können. Ist das Radio über ein abge­schirmtes Kabel mit der Dach­an­tenne verbunden, so entgeht man diesem Stör­nebel.

Auch für DAB+-Hörer, die mit ihrem Empfang an sich zufrieden sind, könnte es sich durchaus lohnen, mit dem Standort des Radios oder mit zusätz­li­chen Antennen zu expe­ri­men­tieren. Oft verschwinden dann die letzten Mikro-Aussetzer, die den Hörge­nuss ansonsten trüben können, oder es sind sogar zusätz­liche Programme zu empfangen.

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