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17.03.2019 - 11:34
DAB+ im Dialog

Weitere UKW-Abschaltungen und DAB+-Pflicht bis Sommer

NRW will bis Sommer 2020 regionales DAB+

Bund und Länder setzen die Digi­tal­radio-Pflicht für statio­näre Geräte voraus­sicht­lich im Sommer um. Auf der Netz­werk­ver­an­stal­tung "DAB+ im Dialog" in der Baye­ri­schen Vertre­tung in Berlin sagte die Staats­mi­nis­terin für Digi­tales im Kanz­leramt, Doro­thee Bär: "Für den Erfolg von DAB+ bedarf es geeig­neter poli­ti­scher Rahmen­be­din­gungen. Sie sorgen bei allen Betei­ligten für die notwen­dige Planungs­si­cher­heit. Mit den Rege­lungen zur Inter­ope­ra­bi­lität in § 48 des neuen Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setzes ist diese gegeben." DAB+-Pflicht für statio­näre Geräte

Medienpolitik-Panel bei DAB+ im Dialog

Medienpolitik-Panel bei DAB+ im Dialog
Foto: Michael Fuhr

Heike Raab, Staats­se­kre­tärin für Medien und Digi­tales, Rhein­land-Pfalz, ergänzte: "Die vom euro­päi­schen Parla­ment verab­schie­dete Inter­ope­ra­bi­li­täts­ver­pflich­tung für Auto­ra­dios wird die Verbrei­tung und die Akzep­tanz von DAB+ in Europa verbes­sern. Jetzt brau­chen wir die natio­nale Umset­zung für statio­näre Geräte. Wir werden auch den Dialog im Digi­tal­radio Board fort­setzen. Wir in den Ländern können und wollen auch dazu beitragen, dass auch die privaten Programm­an­bieter ihr Enga­ge­ment bei DAB+ inten­si­vieren. Wir in Rhein­land-Pfalz haben mit entspre­chenden Plan­spielen einen wich­tigen Schritt getan."

Der Leiter der Baye­ri­schen Staats­kanzlei und Baye­ri­sche Staats­mi­nister für Bundes- und Euro­pa­an­ge­le­gen­heiten und Medien Dr. Florian Herr­mann macht deut­lich: „Die Zukunft des Radios ist digital. Deshalb treibt die Staats­re­gie­rung seit Jahren die terres­tri­sche Verbrei­tung im DAB+ Stan­dard intensiv voran und leistet mit jähr­lich bis zu eine Million Euro als einziges Bundes­land eine finan­zi­elle Unter­stüt­zung für die tech­ni­sche Verbrei­tung von digi­talen privaten Hörfunk­pro­grammen. Das zeigt Wirkung, denn wir sind bei der Verbrei­tung des Digi­tal­ra­dios Spit­zen­reiter: Rund 24 Prozent der Haus­halte in Bayern – deutsch­land­weit sind es 17 Prozent – verfügen mitt­ler­weile über ein Digi­tal­ra­dio­gerät (DAB+). Mein Ziel ist die Voll­di­gi­ta­li­sie­rung der Radio­ver­brei­tung mit DAB+ bis 2025.“ Prof. Dr. Karola Wille, stell­ver­tre­tende ARD-Vorsit­zende und Inten­dantin des MDR, zeigte sich über­zeugt, dass der Weg hin zu einer rein digi­talen Verbrei­tung in ganz Deutsch­land nur dann gelingt, wenn öffent­lich-recht­li­cher Rund­funk und private Anbieter koope­rieren: "Dabei setzen wir auf eine wach­sende digi­tale Programm­viel­falt. Der MDR hat Ende 2018 beispiels­weise mit dem Kinder­radio MDR Tweens ein weiteres rein digital verbrei­tetes Hörfunk­pro­gramm gestartet, das die Attrak­ti­vität von DAB+ in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiter erhöht. Gleich­zeitig suchen wir den Schul­ter­schluss mit den Privat­ra­dios bei der Programm­ver­brei­tung über DAB+. Wir beob­achten mit Inter­esse, dass das Deutsch­land­radio UKW-Frequenzen in einigen Regionen zurück­gibt und dort ausschließ­lich auf DAB+ setzt." Deutsch­land­radio schaltet weitere UKW-Frequenzen ab Deutsch­land­radio will in diesem Jahr in drei weiteren Regionen den analogen UKW-Hörfunk abschalten. Der Vorsit­zende des Vereins Digi­tal­radio Deutsch­land und Inten­dant von Deutsch­land­radio, Stefan Raue: "Nach Helgo­land und Mitten­wald werden wir in Amberg, Kempten und Füssen UKW-Frequenzen zurück­geben." Man setze auf DAB+ mit IP auf Ergän­zung. "Nur mit DAB+ hat Deutsch­land­radio die Möglich­keit, alle Beitrags­zahler bundes­weit zu errei­chen. Die Höre­rinnen und Hörer profi­tieren vom klaren, digi­talen Klang und den Zusatz­diensten von DAB+", so Raue auf dem Event "DAB+ im Dialog" in Berlin.

Allge­mein hieß es aus Kreisen auf dem Event, UKW wackele überall dort, wo die neuen Netz­be­treiber und Anten­nen­käufer die Infra­struktur erneuern und ihre Kunden an lang­fris­tige Verträge binden wollten. Die Abschal­tungen von Deutsch­land­radio dürften damit nicht die einzigen in naher Zukunft sein.

In Nord­rhein-West­falen wird es voraus­sicht­lich ein landes­weites DAB+-Bouquet und ein weiteres regio­na­li­sier­bares geben, wie Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landes­an­stalt für Medien (LfM), ankün­digte. Die Landes­me­di­en­an­stalt wolle die Kanäle bei der Staats­kanzlei NRW ordern, diese richtet den Antrag weiter an die Bundes­netz­agentur. Im besten Fall stünden in drei bis vier Monaten die neuen Frequenzen dem Land NRW zur Verfü­gung. Nach Ablauf einer einmo­na­tigen Einspruchs­frist könne die LfM die Frequenzen ausschreiben, nachdem der Minis­ter­prä­si­dent die Frequenzen zuge­wiesen hat. "Läuft alles glatt, können die ersten regio­nalen DAB+-Bouquets im Sommer 2020 starten", so Schmid.

Der Präsi­dent des Welt­ver­bands WorldDAB, Patrick Hannon, sprach sich für eine enge Koope­ra­tion aus: „DAB+ ist dann ein Erfolg, wenn fünf Faktoren zusam­men­spielen: eine gute Netz­ab­de­ckung und große Programm­viel­falt, eine breite Auswahl an Geräten und die Möglich­keit, in fast allen Neuwagen ein DAB+ Auto­radio bestellen zu können. Damit die Höre­rinnen und Hörer von DAB+ erfahren, bedarf es eines Kommu­ni­ka­ti­ons­kon­zepts mit starken Botschaften und einer klaren Marken­füh­rung für den Handel. Je inten­siver die Zusam­men­ar­beit aller Betei­ligten mit der Politik, desto nach­hal­tiger der Erfolg.“

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