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11.03.2018 - 10:02
Digitalradio

Regionale DAB+-Muxe in Bremen und Meck-Pomm vor dem Start

Nordländer verstärken Engagement im Digitalradio

In Norddeutschland soll es im Laufe des Jahres weitere regionale Multiplexe im digital-terrestrischen Radio DAB+ geben. Den Beginn macht Bremen: Der Platt­form­be­treiber Media Broadcast will seinen regionalen DAB+-Multiplex hier wohl im Mai starten. Das geht aus einem Bericht des "Weser-Kurier" hervor. Inzwischen ist auch ein erster Programmanbieter im Mux bestätigt: Das niedersächsische Radio ffn will den neuen Bremer Schlager- und Deutschpop-Sender Radio Roland auch digital-terrestrisch verbreiten. Das kündigte der Sender gegenüber der Tageszeitung an.

Der Medienrat der Bremischen Landesmedienanstalt hatte sich im vergangenen Jahr dafür entschieden, die Kapazitäten in Bremen als Plattformbetrieb auszuschreiben. Das bedeutet, dass keine Lizenzen an einzelne Programmveranstalter vergeben werden. Vielmehr werden Unternehmen gesucht, die ein Programmbouquet zusammenstellen und verbreiten. Der Betreiber einer Plattform muss sicherstellen, dass der Zugang allen Hörfunkveranstaltern oder vergleichbaren Telemedienanbietern zu angemessenen Bedingungen, chancengleich und diskriminierungsfrei gewährt wird.

Den Zuschlag erhielt Media Broadcast. Der Plattformbetrieb hat sich auch an anderen Standorten bewährt, in Norddeutschland beispielsweise auch in Hamburg. Offen ist noch, wer außer Radio Roland in Bremen auf Sendung gehen wird. Bis zu 18 Privatradios finden in einem Mux Platz. Neben Bremen soll das Bouquet ein Jahr nach dem Start auch in Bremerhaven ausgestrahlt werden. Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern plant "Modellprojekt DAB+"

Radio Roland will in Bremen über DAB+ senden

Radio Roland will in Bremen über DAB+ senden
Screenshot: Michael Fuhr/teltarif.de

Noch nicht ganz so weit wie in Bremen ist man in einem anderen Nordland: Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern plant ein Modellprojekt für das digital-terrestrische Radio. Wie Direktor Bert Lingnau im Gespräch mit teltarif.de erläutert, sei man derzeit in der Findungsphase, wie man mit den Ergebnissen eines Call-of-Interest vom vergangenen Jahr umgehe. Dabei seien regionalisierte Multiplexe für die Städte Rostock, Schwerin, Stralsund/Greifswald und Neubrandenburg nach aktuellem Stand wahrscheinlicher als ein landesweites Netz für den Privatfunk.

Sechs der von der Medienanstalt angeschriebenen Programmveranstalter hätten laut Lingnau beim Call-of-Interest Interesse gezeigt. Zudem habe sich auch hier die Media Broadcast von sich aus als potenzieller Plattformbetreiber gemeldet. Die Interessenten seien zwar generell offen für DAB+, hätten aber auch signalisiert, dass sie sich eine Ausstrahlung, beziehungsweise einen Simulcast mit UKW ohne Fördermittel nicht leisten können. Daher schaue die Medienanstalt derzeit, wie und wo man Finanzen auftreiben kann, um die Privatsender bei den Verbreitungskosten zu unterstützen. Erst nach Klärung dieser Frage könne man Kapazitäten ausschreiben.

In Norddeutschland gibt es bisher erst einen regionalen Mux für Privatradios in Hamburg. Dieser ist inzwischen ausgebucht. Keinerlei regionale DAB+-Pläne gibt es dagegen bisher in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Hier müssen sich Radiohörer wohl noch einige Zeit mit den national verbreiteten Programmen im "Bundesmux" (vier Programme von Deutschlandradio und neun Privatsender) sowie den regionalen Multiplexen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) begnügen.

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