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08.11.2015 - 17:30
Musik

Chromecast Audio im Test: Streaming ohne HDMI

Streaming von Spotify und Google Play

Das Google-Cast-Protokoll sorgt dafür, dass Media-Streams im Heimnetzwerk zum Alltag gehören. Die prominenteste Implementierung ist natürlich der Chromecast-Stick, den Google vor Kurzem in der zweiten Generation vorstellte. Außerdem gibt es seit Längerem Aktiv-Lautsprecher, die Google Cast direkt unterstützen und somit Audio-Inhalte über das Protokoll wiedergeben können.

Google hat mit dem Chromecast Audio eine eigene Lösung vorgestellt, die Audio-Inhalte streamen kann. Als Anwendungsszenario sind vor allem Lautsprecher gedacht, die keine anderweitigen Möglichkeiten haben, über das Heimnetzwerk angesprochen zu werden. Die Verkabelung des kleinen Streaming-Device ist denkbar einfach: Eine Micro-USB-Verbindung dient der Stromversorgung, die Audio-Ausgabe erfolgt entweder mit Hilfe eines analogen 3,5-Millimeter-Klinkenkabels oder optisch mit einem miniTOSLink-Anschluss.

Chromecast Audio im Test

Chromecast Audio im Test
Bild: teltarif.de

Für unseren Test haben wir den Chromecast Audio an einen Bluetooth-Lautsprecher angeschlossen. Dafür kam zunächst der analoge 3,5-Millimeter-Klinken-Anschluss zum Einsatz. Ein optisches Kabel konnten wir im Verlauf des Tests einsetzen.

Das Design des Chromecast Audio imitiert eine klassische Vinyl-Platte - auf der Oberseite sind Rillen zu sehen. Beide obligatorischen Kabel (Strom- und Audio-Verbindung) ragen in entgegengesetzte Richtungen aus dem Gerät. Das hat Nachteile für die Platzierung, denn die Kabel können nicht unscheinbar nach hinten laufen. Je nach Beschaffenheit der Kabel kann es passieren, dass die Kabel den Chromecast Audio von seinem angestammten Platz ziehen.

Die Kabel gehen in unterschiedliche Richtungen aus dem Gehäuse.

Die Kabel gehen in unterschiedliche Richtungen aus dem Gehäuse.
Bild: teltarif.de

Chromecast Audio: Einrichtung ist holprig Für diesen Test haben wir zwei Chromecast-Audio-Einheiten eingerichtet. In beiden Fällen lief die Einrichtung nicht reibungslos. Das erste Setup des Chromecast Audio ist nötig, damit sich das Gerät mit dem heimischen WLAN verbinden kann. Wir wählten den Weg über die Android-App. Die findet nach wenigen Sekunden den noch nicht eingerichteten Chromecast Audio und bietet an, die Konfiguration zu starten. Der erste Schock ist, dass der Nutzer das WLAN-Passwort händisch eingeben muss. Richtig, das ist nicht in jedem Fall ein Problem - in unserer Testumgebung mit einem 63-stelligen WLAN-Key aber mehr als umständlich. Schade, dass Google nicht erlaubt, die Verbindung mittels der WPS-Push-Button-Methode herzustellen.

Chromecast Audio: Schick und funktional

Chromecast Audio: Schick und funktional
Bild: teltarif.de

Dann der zweite Schock: Zunächst zeigte uns die Chromecast-App auf dem Smart­phone an, dass ein Update bereit stehe. Wir bestätigten natürlich die Aktualisierung - die Installation schien dann aber fehlzuschlagen, denn nach einigen Minuten begann eine kleine LED am Chromecast Audio langsam abwechselnd weiß und orange zu blinken. Selbst ein Google-Support-Dokument brachte kaum Licht ins Dunkel. In der App war Chromecast Audio ebenfalls nicht mehr sichtbar. Nachdem sich die Lage einige Minuten später immer noch nicht besserte, blieb als letzte Option nur noch übrig, den Stromstecker des Chromecast Audio zu ziehen und so einen Neustart zu erzwingen.

Nach dem Neustart zeigte sich aber, dass das Update wohl doch korrekt installiert und der Chromecast Audio nunmehr einsatzbereit war. Merkwürdig: Das identische Verhalten trat auch bei der Einrichtung eines zweiten Chromecast Audio auf. Ein Neustart brachte aber auch hier das gewünschte Ergebnis. Und los: Chromecast Audio im Einsatz

Chromecast Audio: Audio-Streaming für aktive Lautsprecher und klassische Stereoanlagen.

Chromecast Audio: Audio-Streaming für aktive Lautsprecher und klassische Stereoanlagen.
Bild: teltarif.de

Wie beim Chromecast üblich, muss der Nutzer die Wiedergabe über sein Handy steuern. Unsere Tests mit Spotify Premium und Google Play Music verliefen dabei fast ohne Probleme. Mit Spotify und Google Play Music war es möglich, die Wiedergabe auf den Chromecast Audio zu lenken und später auch mit einem anderen Gerät zu steuern. Der Switch vom Smart­phone zum Chromecast Audio dauerte beim ersten Mal in einer Session einige Sekunden, danach gelang dies aber innerhalb von Sekundenbruchteilen.

Bei Spotify fiel auf, dass nur Musik über den Chromecast Audio abgespielt wurde, die direkt bei Spotify verfügbar ist. Wer sich hingegen mit Spotify lokale Musikstücke auf sein Handy synchronisiert, kann diese nicht über den Chromecast Audio abspielen. Optisch oder analog? Das ist hier die Frage!

Der Chromecast Audio imitiert die Optik einer Vinyl-Schallplatte.

Der Chromecast Audio imitiert die Optik einer Vinyl-Schallplatte.
Bild: teltarif.de

Die Soundqualität der analogen Ausgabe war in Ordnung, wird Hifi-Enthusiasten aber nicht vom Hocker hauen. Insgesamt wirkte der Klang besser, wenn wir den digitalen optischen Übertragungsweg wählten. Im Lieferumfang ist übrigens nur ein Kabel, das beidseitig mit einem analogen 3,5-Millimeter-Anschluss versehen ist. Wer den Chromecast Audio anders anschließen möchte, muss dafür die entsprechenden Kabel vorrätig haben oder zusätzlich kaufen. Chromecast Audio vs. Kabel vs. Bluetooth Unser Testlautsprecher verfügt neben einem analogen Eingang auch über einen optischen Eingang und streamt optional über Bluetooth (optional mit dem aptX-Codec). Die Verbindung über Bluetooth hat den Vorteil, dass alle Audiodaten über den Lautsprecher laufen (auch lokale Spotify-Lieder). Dafür steigt aber der Akku-Verbrauch beim Smart­phone und die Reichweite ist beschränkt. Hier kann dagegen der Chromecast Audio punkten. Auch die Stabilität der Verbindung war deutlich höher. Da keine direkte Verbindung zwischen Chromecast und Handy nötig ist, ist die Reichweite so groß wie das Heimnetzwerk.

Für die direkte Kabelverbindung spricht, dass die Audio-Verbindung zügig hergestellt ist. Je nach mechanischer Qualität der Anschlüsse, Stecker und Kabel kann es jedoch zu Rauschen oder anderen akustischen Artefakten kommen. Im Test mit einem bereits etwas älteren Android-Smartphone waren immer dann akustische Störungen zu hören, wenn wir den Stecker im Anschluss etwas drehten. Logischerweise muss sich bei einer kabelgebundenen Verbindung das Smartphone im nahen Bereich um den Lautsprecher befinden.

Chromecast Audio und Chromecast (erste Generation) im direkten Vergleich.

Chromecast Audio und Chromecast (erste Generation) im direkten Vergleich.
Bild: teltarif.de

Chromecast Audio: Wer braucht sowas? Der Chromecast Audio präsentiert sich als recht simples Gadget, das einfach tut, was es soll (mal von den überwindbaren Hürden bei der Installation abgesehen). Aber wer braucht ein 40-Euro teures Mini-Device, das Audio-Inhalte auf einen Lautsprecher streamt? Wer eine kombinierte Heimkino- und Hifi-Anlage mit HDMI-Eingängen zu Hause stehen hat, dürfte mit dem klassischen Chromecast besser fahren. Denn dann lassen sich auch Video-Streams abspielen. Wer aber Audio-Anlagen oder Lautsprecher ohne HDMI-Eingang besitzt, der hat mit dem Chromecast Audio einfache Lösung an der Hand, um zum Beispiel Spotify oder Google Play Music über diese Anlagen zu streamen - muss aber wahrscheinlich ein Kabel hinzukaufen.

Spannend könnte es werden, wenn Google Wort hält und der neuen Chromecast-Generation Multi-Room-Funktionen beibringt. Fraglich bleibt dann aber, ob dies auch bei gemischten Installationen, also zum Beispiel über einen Chromecast Audio und einen Chromecast (erste oder zweite Generation) funktioniert. Sobald dieses Feature ausgerollt ist, werden wir einen eigenen Test dazu veröffentlichen. Fazit: Nur in Spezialfällen wirklich praktisch Der Chromecast Audio funktioniert und tut, was er soll. Bei einem Preis von 39 Euro stellt sich aber schon die Frage, wie sinnvoll die Investition tatsächlich ist - zumal moderne Anlagen wohl mit einem klassischen Chromecast besser versorgt sind. Hier muss jeder Interessent für sich entscheiden, ob die gebotenen Features in die heimische Multimedia-Umgebung passt.

Kritikwürdig ist der Lieferumfang, weil Nutzer in vielen Fällen ein weiteres Kabel benötigen. Schade ist, dass der Chromecast Audio vorrangig stationär betrieben werden muss - wer häufig die WLAN-Netzwerke wechselt, muss das neue WLAN-Passwort umständlich neu eintippen.

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Hans-Georg Kluge

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