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07.01.2020 - 09:15
Messe

CES-Start: Solardach gegen Riesendisplay bei Elektro-SUVs

Solarzellen im Dach: Bis zu 1600 zusätzliche Kilometer

Der SUV gilt vielen als Inbe­griff des Sprit­schlu­ckers - doch inzwi­schen kündigt sich ein Wett­kampf der Elek­troauto-Hersteller in der Fahr­zeug­klasse an. Der Show­down zum Start der Technik-Messe CES in Las Vegas zeigt dabei, wie die Anbieter die Kunden mit neuen Ideen für sich gewinnen wollen.

So präsen­tierte die Firma Fisker einen SUV mit Solar­zellen im Dach und einem Innen­raum aus Recy­cling-Mate­rialien. Der chine­sische Hersteller Byton brachte die Seri­enver­sion seines ersten Modells M-Byte mit einem riesigen Display im Cockpit mit nach Las Vegas. Das Fahr­zeug soll Mitte des Jahres in die Produk­tion gehen. Der Fisker Ocean wurde für 2022 ange­kündigt. Solar­zellen im Dach: Bis zu 1600 zusätz­liche Kilo­meter Die Solar­zellen im Dach sollen pro Jahr bis zu 1600 zusätz­liche Kilo­meter ermög­lichen, wie Firmen­chef Henrik Fisker sagte. Für den Teppich im Innen­raum sollen Plas­tikfla­schen wieder­verwendet werden, für eine Zier­leiste im Cockpit ausran­gierte Beklei­dung wie T-Shirts. Das alles soll den Fisker Ocean beson­ders nach­haltig machen.

Zugleich macht Fisker eine Kampf­ansage an die Branche mit einem Start­preis von 37 500 Dollar vor Steuern und Elek­troauto-Vergüns­tigungen. Bytons M-Byte soll auf dieser Basis 45 000 Dollar bezie­hungs­weise in Europa 45 000 Euro kosten - und damit eben­falls die etablierten Premium-Anbieter unter Druck setzen.

Das Bedienkonzept des Elektro-SUV Byton M-Byte

Das Bedienkonzept des Elektro-SUV Byton M-Byte
Bild: picture alliance/Byton/dpa

Riesen-Display von Tür zu Tür Auch der Elek­troauto-Vorreiter Tesla setzt die Preise inzwi­schen noch tiefer an und will sein Pickup-Modell Cybert­ruck schon ab knapp 40 000 Dollar verkaufen. Tesla bekam Konzern­chef Elon Musk zufolge inzwi­schen über 140 000 Reser­vierungen für den Cybert­ruck. Einer Abwärts­spirale beim Preis würden dabei aller­dings schon durch die Batte­riekosten Grenzen gesetzt, schränkte Byton-Manager Andreas Schaaf ein. "Niemand kann zaubern." Zum Vergleich: Mercedes veran­schlagt bei seinem Elektro-SUV EQC einen Preis von rund 70 000 Euro ab Werk.

Byton setzt als Kauf­argu­ment auf ein fast von Tür zu Tür reichendes Display mit einer Diago­nalen von 47 Zoll (knapp 120 Zenti­meter) sowie digi­tale Dienste. Dafür muss die Firma aber App-Entwickler über­zeugen, ihre Anwen­dungen für die Fahr­zeuge anzu­passen. Dazu wurde in Las Vegas am Sonntag (Orts­zeit) eine Entwick­lerplatt­form an den Start gebracht.

Außerdem wird in den USA der Unter­haltungs­konzern Viacom CBS, zu dem unter anderem das Holly­wood-Studio Para­mount und der TV-Sender MTV gehören, Filme und andere Video­inhalte auf den großen Bild­schirm bringen - wenn auch zunächst nur im stehenden Auto. "Wir wollen überall präsent sein, wo unsere Nutzer auf Inhalte zurück­greifen wollen", sagte Ted Schi­lowitz von Viacom CBS. Im Fisker Ocean soll es dagegen nur zwei eher kompakte Bild­schirme geben. Und Henrik Fisker machte klar, dass er nicht viel vom Auto als Enter­tain­ment-Wunder­welt hält: "Letzt­endlich ist mit dem Auto zu fahren, viel­leicht auch auf einer holpe­rigen Strecke, etwas ganz anderes als es sich zu Hause im Sessel mit einem iPad oder Smart­phone bequem zu machen." Byton: 60 000 Reser­vierungen für das erste Modell Laut Umfragen seien aber 40 Prozent der Nutzer bereit, für bessere Konnek­tivität die Auto­marke zu wech­seln, betonte Schaaf. In China seien es sogar fast zwei Drittel. Hier sehe Byton die Chance, auch als neue Marke in den Markt zu kommen. Die in China behei­matete Firma hat inzwi­schen 60 000 Reser­vierungen für das erste Modell. Byton will es in diesem Jahr in China und bis Mitte 2021 auch in den USA und Europa auf den Markt bringen.

Für den euro­päischen Markt stünden bereits Verein­barungen mit Auto­handels­gruppen und anderen Infra­struktur-Anbie­tern, sagte Schaaf in Las Vegas. Darunter seien viele Handels­partner, die Fahr­zeuge etablierter Premium-Hersteller verkauften. Binnen 18 Monate nach dem M-Byte-Start will Byton als zweites Modell eine Limou­sine auf den Markt bringen - mit ähnli­cher Ausstat­tung und Preisen. Das Byton-Werk in China ist auf bis zu 300 000 Fahr­zeuge pro Jahr ausge­legt. Ab einem Absatz von 100 000 Wagen in einer Region könne sich auch weitere lokale Ferti­gung lohnen, sagte Kirchert unter anderem mit Blick auf den Handels­konflikt zwischen den USA und China. Auch Fisker will auf Basis des Ocean eine Fahr­zeug­familie entwi­ckeln.

Eine echte CES-Über­raschung war auch, dass Sony ein Elek­troauto vorge­stellt hat.

Alle unsere Live-Berichte von der Messe finden Sie auf unserer Über­sichts­seite zur CES.

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dpa /

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