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01.02.2018 - 00:00
Übersicht

Das sind die Alternativen zu Call by Call

Billiger telefonieren zu Handys und ins Ausland

Inhaltsverzeichnis:

  1. Call by Call: Alternativen und ihre Fallstricke
  2. VoIP, Callback und Callthrough als Alternative
  3. Vor- und Nachteile von Messengern und Ethno-Discountern

Die günstigen Call-by-Call-Vorwahlen gibt es in Deutschland schon seit zwanzig Jahren, genauer gesagt: Seit dem Start des liberalisierten Tele­kommuni­kations­marktes im Januar 1998. Im Zeitalter von Telefon-Flatrates erntet die teltarif.de-Redaktion manchmal staunende bis ungläubige Rückmeldungen: Viele Telefon-Nutzer wundern sich, dass es Call by Call weiterhin gibt und teltarif.de sogar immer noch tagesaktuell einen Tarif-Vergleich aller Call-by-Call-Anbieter pflegt und ausgewählte Tarife im wöchentlichen teltarif.de-Newsletter nennt.

Denn der Markt hat sich verändert: Viele Telefon-Kunden haben längst von der Telekom zu einem alternativen Festnetzanbieter gewechselt. Viele haben dabei auch gleich die Zugangstechnik gewechselt und telefonieren beziehungsweise surfen nun beispielsweise über einen TV-Kabelanbieter, einen Glasfaser-Anschluss oder über einen LTE-Zuhause-Tarif. Andere Verbraucher verzichten mittlerweile sogar ganz auf den Festnetzanschluss und telefonieren nur noch übers Handy.

Doch der Verzicht auf den klassischen Telekom-Anschluss muss nicht bedeuten, dass man den teils teuren Tarifen des neuen Anbieters wehrlos ausgeliefert ist. Auch Nicht-Telekom-Kunden können beim Telefonieren noch sparen - es gibt sogar Telekom-Kunden, die kein Call by Call mehr nutzen können. In unserem Artikel stellen wir Alternativen zu Call by Call vor. Darum funktioniert Call by Call bei alternativen Anbietern nicht

Das sind die Alternativen zu Call by Call

Das sind die Alternativen zu Call by Call
Bild: teltarif.de

Zunächst einmal ist es wichtig zu sagen, dass die Deutsche Telekom auch nach 20 Jahren nach wie vor dazu verpflichtet ist, Call by Call an ihren Anschlüssen zu ermöglichen. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn die Telekom von Analog- und ISDN-Anschlüssen sukzessive auf All-IP-Anschlüsse umstellt. Die regulatorische Verpflichtung besteht weiterhin, auch wenn die Telekom gegenüber Kunden manchmal etwas anderes behauptet. Wenn die Telekom Ihnen also anlässlich der All-IP-Umstellung weismachen will, dass Call by Call jetzt nicht mehr funktioniert: Widersprechen Sie ruhig; derartige Maßnahmen dienen wohl nur dazu, dass die Telekom ihre Zusatz-Optionen für Telefonate vom Festnetz zum Handy und ins Ausland besser verkauft.

Anders sieht es aus, wenn ein Verbraucher zu einem anderen Festnetzprovider oder zu einer ganz anderen Technik wechselt. Call by Call funktioniert dann nicht mehr, weil es seitens des Staates noch niemandem außer der Telekom vorgeschrieben wurde, Call by Call zwingend anzubieten. Für TV-Kabelanbieter mit ihrer teils monopolartigen Stellung und sogar für Handy-Provider war das schon im Gespräch, wurde aber niemals umgesetzt. Darum müssen Provider für TV-Kabelanschlüsse, Mobilfunk-basierte Tarife, Satelliten-Internet oder Glasfaseranschlüsse kein Call by Call anbieten und tun dies auch nicht.

Einen Sonderfall gibt es sogar bei der Telekom selbst: Wenn die Telekom in einer Region keine eigenen Anschlüsse verlegt, sondern diese bei einem alternativen Netzbetreiber anmietet, dann ist sie technisch nicht mehr dazu in der Lage, Call by Call anzubieten - und muss dies auch nicht. In einem separaten Bericht haben wir erläutert, warum einzelne Telekom-Kunden auf Call by Call verzichten müssen. AGB des eigenen Providers checken & Ausnahme bei Sonderrufnummern Alternative Anbieter wissen natürlich, dass es konkurrierende Techniken gibt, mit denen der Kunde zu Handys und ins Ausland günstiger telefonieren kann. Das ist den Providern ein Dorn im Auge, denn dadurch gehen ihnen willkommene Zusatzeinnahmen flöten. In vielen Tarifen ist nach wie vor nur eine Festnetz-Flatrate enthalten. Telefoniert der Kunde aber zu Handys oder ins Ausland, kassiert der Anbieter extra - und zwar zum Teil recht happige Minutenpreise.

Wer die im Folgenden vorgestellten Call-by-Call-Alternativen nutzen möchte, sollte also zunächst in die AGB seines eigenen Anschluss-Anbieters schauen. Denn manch ein Anbieter verbietet oder sperrt sogar die alternativen Techniken wie VoIP, Callback oder Callthrough. Verbietet der Provider die Nutzung nur, kann man einen Versuch wagen, riskiert damit aber auch die fristlose Kündigung des Vertrags. Sperrt der Anbieter die Techniken, muss man in den sauren Apfel beißen und zu den teuren Tarifen des Providers telefonieren oder zu einer externen Alternative wechseln. Diese stellen wir auf der letzten Seite dieses Artikels vor.

In einem Fall gibt es allerdings keine Alternative zu den Tarifen des eigenen Providers - und zwar bei der Anwahl von Sonderrufnummern. Hier war und ist auch Call by Call noch nie eine Alternative gewesen, denn Telefonate in Vorwahlbereiche wie 0137, 0180, 032, 0700, 0900, 118xy und zur 115 werden immer zum regulierten Tarif beziehungsweise zu den Kosten des Providers berechnet. Telefonate zu 0800/00800-Nummern sowie zu den Notruf-Nummern 110/112 müssen aber immer kostenlos sein.

VoIP, Callback und Callthrough als Alternative

Sind die Tarife des eigenen Anschluss-Providers zu teuer, kann der Kunde über das Internet telefonieren - also per VoIP (Hintergrund-Infos zu VoIP). Dies geht also nur bei Anschlüssen, bei denen auch eine Internet-Leitung mit dabei ist, nicht aber bei reinen Telefonanschlüssen. Um eine ausreichende Qualität bei der Internet-Telefonie bei gleichzeitigem Internetsurfen zu gewährleisten, sollte der Breitbandanschluss mindestens eine Upload-Geschwindigkeit von 128 kBit/s haben.

VoIP, Callback und Callthrough als CbC-Alternativen

VoIP, Callback und Callthrough als CbC-Alternativen
Bild: AVM, teltarif.de

Nach der Anmeldung bei einem VoIP-Anbieter erhält der Kunde in der Regel persönliche Zugangsdaten, eine persönliche Rufnummer sowie Serverdaten. Diese kann er nun in einem speziellen VoIP-Telefon eingeben und telefoniert dann zu den Tarifen dieses Anbieters. Noch einfacher ist es, die Daten gleich im Router zu hinterlegen. Bei den FRITZ!Boxen von AVM beispielsweise findet sich der entsprechende Menüpunkt unter "Telefonie - Eigene Rufnummern". Klickt man hier auf "Neue Rufnummer", kennt die FRITZ/Box im nun erscheinenden Dropdown-Menü bereits die Serverdaten vieler bekannter VoIP-Provider.

Der Vorteil der Einrichtung im Router besteht darin, dass man anschließend die Rufnummer unter "Telefoniegeräte" einem oder mehreren mit der FRITZ!Box verbundenen Telefonen zuweisen kann. Das können sogar ganz alte analoge Telefone sein, die an der TAE-Buchse des Routers angeschlossen sind. Der Kauf eines speziellen VoIP-Telefons ist damit nicht notwendig (Anleitung: VoIP einrichten mit der FRITZ!Box).

VoIP-Provider offerieren Tarife mit Prepaid- und Postpaid-Abrechnung sowie mit und ohne Grundgebühr. Manche Anbieter sind nur zu diversen Auslandszielen oder zu Handys günstig und ansonsten vielleicht teurer als der eigene Anschluss-Anbieter. teltarif.de sammelt die Tarife aller wichtigen VoIP-Provider und präsentiert diese in einem speziellen Tarif-Vergleich der VoIP-Anbieter. Callback: Rückruf folgt sofort Wer per Callback telefonieren möchte, ruft vor seinem eigentlichen Anruf eine spezielle Rufnummer eines Callback-Dienstleisters an und legt dann gleich wieder auf. Kurze Zeit später erfolgt ein automatischer Rückruf des Telefoncomputers. Mit dieser Leitung kann der Kunde dann seine ursprünglich gewünschte Zielnummer anwählen (Hintergrund-Infos zu Callback).

Callback und die im nächsten Abschnitt vorgestellte Technik Callthrough lassen sich also sogar nutzen, wenn man abgehend vom Handy aus günstiger telefonieren möchte. Callthrough und Callback sind damit Call-by-Call-Alternativen nicht nur für das Festnetz, sondern auch fürs Handy. Callback-Anbieter rechnen entweder per Vorauskasse (Prepaid) oder Monatsrechnung ab, es gibt Anbieter mit und ohne Anmeldung sowie mit und ohne Startguthaben. Aufmerksam sein sollte man, wenn der Anbieter einen monatlichen Mindestumsatz berechnet.

Die Tarife der Callback- und Callthrough-Anbieter sammelt teltarif.de in einem gemeinsamen Tarif-Vergleich. Auch hier sollte man sich vergewissern, dass der Tarif wirklich zum Auslandsziel oder zu Handys günstig ist und nicht teurer als beim eigenen Anschluss-Anbieter. Hier gehts zum Callback- und Callthrough-Tarifvergleich von teltarif.de. Callthrough: Direkt am eigenen Provider vorbei telefonieren Im Gegensatz zu Callback ist bei Callthrough kein Rückruf des Anbieters notwendig. Beim Callthrough wählt der Kunde sich über eine besondere Rufnummer in den Telefoncomputer eines Anbieters ein und gibt anschließend die eigentliche Zielrufnummer ein (Hintergrund-Infos zu Callthrough). Callback und Callthrough funktionieren also auch bei einem reinen Telefonanschluss ohne Internet.

Aufmerksam sollte man aber bei Callback und Calthrough in einer Hinsicht sein: Welche Rufnummer verwendet der Provider? Ist es eine 0800-Nummer, fallen für die Anwahl außer den Verbindungskosten keine weiteren Gebühren für das Telefonat an. Nutzt der Anbieter allerdings eine 0180-Nummer, kommen die Kosten für die Anwahl dieser Nummer noch hinzu. Der Kunde sollte also vorher ausrechnen, ob das Telefonat dann insgesamt nicht teurer ist als über den eigenen Anschluss-Anbieter. Nutzt der Callthrough-Anbieter eine Festnetznummer, fallen für diese nur dann keine Zusatzkosten an, wenn man beim Anschluss-Provider eine Festnetz-Flatrate hat. Die günstigsten Callthrough-Tarife finden Sie oben im Text.

Vor- und Nachteile von Messengern und Ethno-Discountern

Jüngere Leute, die mit Messengern aufgewachsen sind, verwenden Skype, WhatsApp Call oder die kostenlose Telefonie-Funktion eines anderen Messengers wie selbstverständlich, manchmal als Komplett-Alternative zum Festnetz- oder Handytarif. Erforderlich ist lediglich eine dauerhafte Internet-Verbindung, beispielsweise per WLAN oder mobilem Datenvertrag. Ruft man Freunde und Verwandte mit demselben Messenger-Dienst an, ist die Telefonie per Messenger weltweit kostenlos (Übersicht: Messenger und ihre Funktionen).

Messengerdienste: Nicht für alle eine Call-by-Call-Alternative

Messengerdienste: Nicht für alle eine Call-by-Call-Alternative
Bild: WhatsApp

Und damit sind wir schon beim ersten Nachteil von Messengern: Der Nutzer kann nur zu Partnern mit demselben Messenger kostenfrei telefonieren. Telefonate zu regulären Festnetz- oder Handynummern sind entweder technisch gar nicht möglich oder werden separat berechnet. Ein Messenger kann nicht einfach nur mit Router und Festnetztelefon genutzt werden, eine seltene Ausnahme sind Festnetztelefone mit Android und einem Zugang zum Google Play Store. In der Regel wird für Messenger-Telefonie ein Smartphone oder Tablet benötigt oder ein Computer mit Headset beziehungsweise Mikrofon und Lautsprecher und gegebenenfalls Webcam.

Es nützt also wenig, wenn man ein Smartphone hat und bei allen möglichen Messengern angemeldet ist, die vielleicht älteren Verwandten im Ausland aber nur ein Festnetz-Telefon, ein Einfach-Handy und einen PC haben. Natürlich kann man versuchen, die Verwandtschaft zur Installation und Nutzung eines Messengers zu überreden, doch gerade ältere Zeitgenossen fühlen sich damit manchmal überfordert, besonders dann, wenn sie am Computer mit einem Headset herumhantieren müssen.

Obwohl viele Messenger-Anbieter Verschlüsselung, Datenschutz und Privatsphäre versprechen, laufen die Telefonate über die Server des Diensteanbieters, die oft im Ausland stehen. Sowohl der Anbieter als auch gegebenenfalls ausländische Geheimdienste können also möglicherweise die Telefonate abhören. Wirklich sensible Dinge sollte man über einen Messengerdienst mit Sitz außerhalb Europas also nicht unbedingt besprechen. Ethno-Discounter: Per separate SIM günstig ins Ausland telefonieren Wer regelmäßig ins Ausland telefoniert, kann auch über die Anschaffung einer speziellen SIM-Karte hierfür nachdenken. Telefonate mit dem eigenen Handy-Tarif ins europäische Ausland sind nicht vom EU-Roaming abgedeckt - und bei Anrufen ins außereuropäische Ausland wirds meistens richtig teuer.

Günstigere Preise für Auslandstelefonate bieten so genannte Ethno-Discounter. Das sind in Deutschland tätige Mobilfunk-Provider, die in eines oder mehrere Länder günstige Minutenpreise anbieten. Telefonate innerhalb Deutschlands sind dann aber in der Regel etwas teurer als bei regulären Mobilfunk-Discountern. Auf einer speziellen Seite haben wir eine Übersicht der wichtigsten Ethno-Discounter zusammengestellt.

Wer über einen Ethno-Discounter günstig zu Familie oder Freunden ins Ausland telefonieren möchte, muss eine SIM-Karte dieses Anbieters erwerben. Für die Nutzung muss man also entweder die bisherige SIM aus dem Handy nehmen, ein zweites Handy verwenden oder beide SIM-Karten zusammen in ein Dual-SIM-Smartphone stecken.

Auch bei der Auswahl eines Ethno-Discounters sollte man sich die Tarife und Tarifoptionen vorher genau anschauen und prüfen, ob die Telefonate in das gewünschte Zielland wirklich billiger sind als über die anderen bislang vorgestellten Call-by-Call-Alternativen. Hinzu kommt, dass manche Ethno-Discounter zusätzlich zum (vielleicht recht günstigen Minutenpreis von 1 oder 2 Cent pro Minute) eine einmalige Einwahlgebühr verlangen. Dies bedeutet, dass Ethno-Discounter mit Einwahlgebühr eher ungeeignet sind für häufige kurze Telefonate. Sie können über einen Monat gerechnet aber günstig sein, wenn man nicht so oft, aber dafür länger mit den Lieben im Ausland telefoniert.

Ein Vorteil der Ethno-Discounter besteht darin, dass sie allesamt Prepaid-Anbieter sind, es kann also nicht passieren, dass man aus Versehen eine überhöhte Rechnung für Auslandstelefonate präsentiert bekommt. Verbraucht werden kann nur das Guthaben, das man zuvor aufgeladen hat. Fazit: Keine teuren Telefonate zu Handys und ins Ausland mehr Mit den vorgestellten Alternativen können Telefonkunden alternativer Festnetzanbieter auch dann günstig zu Handys und ins Ausland telefonieren, wenn sie der Telekom den Rücken gekehrt haben und daher Call by Call nicht mehr verwenden können.

Weltweit komplett kostenlos sind Telefonate über Messenger-Dienste. Hier besteht aber nicht nur das Problem, dass der Telefonpartner denselben Messenger verwenden muss, auch beim Datenschutz sind außereuropäische Messenger-Dienste mitunter bedenklich.

Günstige Telefonate sind per VoIP, Callback und Callthrough möglich, hier sollte man sich aber zuvor vergewissern, dass der eigene Anschluss-Anbieter die Dienste nicht verbietet oder gar technisch blockiert. Auslandstelefonate können auch über Ethno-Discounter kostengünstig geführt werden. Hierzu ist aber die Anschaffung einer separaten SIM-Karte notwendig und manche Anbieter berechnen zusätzlich zum Minutenpreis eine einmalige Einwahlgebühr.

In einem separaten Hintergrundbericht haben wir aufgezeigt, wie Call by Call und Preselection vor 20 Jahren beim Telefonieren die Preise purzeln ließen.

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