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22.04.2017 - 10:56
Selbstfahrende Autos

Autonomes Fahren: Bosch entwickelt genaue, aktuelle Karten

Bosch und Baidu planen Zusammenarbeit

Ein Mitarbeiter von Bosch fährt in einem Auto, das als Prototyp für autonomes Fahren genutzt wird.

Bosch kooperiert hierzulande mit Daimler: Zusammen wollen sie bis 2020 selbstfahrende Autos auf den Markt bringen
Bild: dpa

Der deutsche Hightech-Konzern Bosch drängt mit Technik für selbst­fahrende Autos auf den chinesischen Markt. Der Zulieferer und Sensoren-Hersteller gab in Schanghai bekannt, künftig mit dem chinesischen Internet­konzern Baidu und den beiden dortigen Karten­herstellern AutoNavi und NavInfo zusammen­zuarbeiten und Daten zu liefern. Für automatisiertes Fahren mangele es noch an sehr genauen, aktuellen Karten, das wolle man ändern, sagte der zuständige Bosch-Geschäfts­führer Rolf Bulander. Daten der Bosch-Sensoren sollen dabei helfen, dass der Standort der Fahr­zeuge in China auf den Zenti­meter genau bestimmt werden kann.

Eine erste Karte soll bis Jahres­ende erstellt werden. Über die finanzielle Ausgestaltung der Kooperation wurden keine Angaben gemacht. Die Kooperation der Firmen wurde auf einer Auto­messe in Schanghai vorgestellt.

Auto­hersteller und Zulieferer entwickeln immer umfassendere Technik für selbst­fahrende Wagen. Ein voll automatisiertes Auto, bei dem ein Mensch gar nichts mehr machen muss und nur noch als Passagier an Bord ist, ist aber noch Zukunfts­musik. Bosch testet auf einer chinesischen Auto­bahn künftig mit Baidu ein teil­automatisiertes Fahr­zeug. Ähnliche Test­fahrten mit Bosch-Beteiligung gibt es bereits in Deutschland, den USA und in Japan.

Nicht nur Bosch wappnet sich so für die Zukunft. Auch viele andere Firmen wollen ein Stück vom Geschäft mit Auto-Bewegungsdaten. Akzeptanz gegenüber autonomen Autos in China höher

Einer Umfrage zufolge sehen Chinesen das Thema automatisierte Autos deutlich positiver als Deutsche. Laut der Erhebung des Instituts Lightspeed Research im Auftrag von Bosch unter 6000 Menschen sind in China 74 Prozent der Befragten für eine rasche Einführung selbst­fahrender Autos, in Deutschland sind es nur 33 Prozent und in den USA nur 31 Prozent.

China ist der größte Auto­markt der Welt. Für Bosch wird das asiatische Riesen­land immer wichtiger. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz seiner Kfz-Zulieferer-Sparte den Angaben zufolge um etwa 15 Prozent auf 9 Milliarden Euro. In lokaler Währung lag das Plus sogar bei gut 23 Prozent.

Übrigens: Auch eine kürzlich veröffentlichte Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab, dass die Mehrheit der Deutschen selbstfahrenden Autos misstraut. Mehr zum Thema Auto

dpa /

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