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Meldung Tipps & Info Tarifrechner 17.02.19
18.01.2019 - 16:20
Rechnungs-Verbot

Router gehackt: Stadt muss Telefonate nicht bezahlen

Hacker führten Auslandstelefonate für tausende Euro

Offenbar gibt es immer noch Verbrau­cher, Behörden und Firmen, die ihre eigenen Router schlecht absi­chern. teltarif.de hatte in den vergan­genen Jahren mehr­fach über das Problem berichtet. Hacker verschaffen sich Zugang zu einem schlecht gesi­cherten Router mit Tele­fonie-Funk­tion und führen darüber - oft in den Nacht­stunden - hunderte oder tausende Tele­fo­nate, meist ins Ausland, um eine hohe Rech­nung zu gene­rieren.

Die BNetzA schreitet nach Bekannt­werden derar­tiger Fälle meist ein und sorgt dafür, dass die horrende Rech­nung nicht bezahlt werden muss. Nun war offenbar sogar eine Stadt­ver­wal­tung davon betroffen. Diese Fälle sind in den vergan­genen Wochen passiert

Überhöhte Rechnungen nach Einbruch in Router

Überhöhte Rechnungen nach Einbruch in Router
Bild: Eisenhans - Fotolia.com

Den Namen der Stadt nennt die BNetzA zwar nicht, aber offenbar sind über den Anschluss einer Stadt­ver­wal­tung Anfang 2019 inner­halb von zehn Stunden unbe­merkt über 5000 Verbin­dungen zu rund 200 Auslands­ruf­num­mern initi­iert worden. Insge­samt seien in diesem Fall beinahe 59 000 Gesprächs­mi­nuten mit einem Schaden von mehreren tausend Euro gene­riert worden.

Doch die Stadt war nicht der einzige Geschä­digte: In einem anderen Fall wurden zu Lasten von verschie­denen Endkunden über 600 000 Verbin­dungs­mi­nuten zu über 1500 auslän­di­schen Rufnum­mern und sogar Satel­li­ten­ruf­num­mern gene­riert. Diese Verbin­dungen hätten dabei einen Gesamt­schaden über 200 000 Euro verur­sacht.

In einem dritten Fall wurden über die Anwahl von vier auslän­di­schen Rufnum­mern über Call-by-Call-Verbin­dungen am ersten Janu­ar­wo­chen­ende Verbin­dungs­kosten in Höhe von 24 000 Euro verur­sacht. Einem weiteren Verbrau­cher wurden offenbar für die über den gehackten Router ausge­löste Anwahl auslän­di­scher Rufnum­mern inner­halb von 24 Stunden über 10 000 Euro in Rech­nung gestellt. So reagiert die Bundes­netz­agentur "In allen Fällen hat die Bundes­netz­agentur durch ihre Entschei­dung verhin­dert, dass die betrof­fenen Verbrau­cher und Endkunden die ihnen entstan­denen Kosten bezahlen müssen", erklärt Jochen Homann, Präsi­dent der Bundes­netz­agentur. "Auch die Netz­be­treiber werden durch das zusätz­liche Auszah­lungs­verbot geschützt. Wichtig ist dabei, dass die Netz­be­treiber uns früh­zeitig infor­mieren und Geld­flüsse bis zur behörd­li­chen Entschei­dung einfrieren."

In mehreren Fällen habe die BNetzA Rech­nungs­le­gungs- und Inkas­sie­rungs­ver­bote sowie Auszah­lungs­ver­bote erlassen. Ein derar­tiges Auszah­lungs­verbot soll sicher­stellen, dass zwischen den betei­ligten Netz­be­trei­bern keine Auszah­lungen miss­bräuch­lich entstan­dener Verbin­dungs­ent­gelte vorge­nommen werden.

Um die eigenen Tele­fon­an­lagen und Router vor Angriffen zu schützen, empfiehlt die Bundes­netz­agentur mehrere Vorsichts­maß­nahmen. Die Systeme sollten mit indi­vi­du­ellen und sicheren Pass­wör­tern abge­si­chert werden. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Ratge­ber­seite So finden Sie ein sicheres Pass­wort. Darüber hinaus sollte der Kunde grund­sätz­lich nicht benö­tigte Ziel­ruf­num­mern (z.B. Auslands­num­mern, Sonder­ruf­num­mern) im Router sperren. Bestimmte Rufnum­mern­arten wie Sonder­ruf­num­mern kann man außerdem beim Netz­be­treiber netz­seitig sperren. Außerdem ruft die BNetzA dazu auf, regel­mäßig und unver­züg­lich nach Herstel­ler­frei­gabe die Soft­ware der Endge­räte zu aktua­li­sieren. Schließ­lich sollten Verbrau­cher regel­mäßig ihre Rech­nung auf Auffäl­lig­keiten über­prüfen und gege­be­nen­falls rekla­mieren.

Ein sicheres und nicht zu erra­tendes Pass­wort ist heut­zu­tage uner­läss­lich. Doch wie sicher ist Ihres - und wurde es viel­leicht schon mal irgendwo geklaut, veröffent­licht und miss­braucht? Diverse Portale geben darüber Auskunft.

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