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30.07.2018 - 09:17
QWERTZ

Blackberry KEY2: Das neue Flagg­schiff mit Tastatur im Test

Produktivität und Sicherheit im Fokus

Inhaltsverzeichnis:

  1. Blackberry KEY2 im Test
  2. Schnelle Texteingabe dank echter Tastatur
  3. Android Oreo mit sinnvollen Erweiterungen
  4. Ungewöhnliches Display-Format

Schon im Frühjahr gab es erste konkrete Hinweise auf ein neues Smartphone von Blackberry Mobile, das mit einer physischen Tastatur ausgestattet ist. Im Juni hat der Hersteller das Blackberry KEY2 offiziell vorgestellt. Mittlerweile ist der Nachfolger des Blackberry KEYone in Deutschland erhältlich - wahlweise in einer Single-SIM- oder Dual-SIM-Version, wobei die Variante für die parallele Nutzung zweier SIM-Karten auch die doppelte Speicherkapazität mit sich bringt.

Die Verkaufspreise für das Blackberry KEY2 sind recht "ambitioniert". Die Single-SIM-Version mit 64 GB internem Speicher soll 649 Euro kosten, für das Dual-SIM-Smartphone mit 128 GB Speicherplatz ruft der Hersteller sogar 699 Euro auf. Damit liegen die Verkaufspreise zwar unter denen für aktuelle Flaggschiffe anderer Hersteller wie Apple oder Samsung, aber eben auch oberhalb der Preiskategorie, in der sich Geräte wie das OnePlus 6 oder das Honor 10 bewegen. Snapdragon 660 mit 6 GB Arbeitsspeicher

Blackberry KEY2 im Test

Blackberry KEY2 im Test
Foto: teltarif.de

Dabei kommt das Blackberry KEY2 zumindest rein von den Zahlen her nur mit Mittelklasse-Hardware. Herzstück ist nicht etwa ein Qualcomm Snapdragon 845, sondern ein Snapdragon 660. Diesem stehen aber immerhin 6 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Zudem ist es nicht unbedingt erklärtes Ziel von Blackberry Mobile, das schnellste Smartphone auf dem Markt zu produzieren. Dafür will der Hersteller mit seiner Hardware-Tastatur und der Software punkten.

Wir haben uns das Gerät in den vergangenen Wochen einmal angesehen und zeigen im Testbericht auf, was das Blackberry KEY2 zu leisten vermag. Wir hatten dazu die Version mit einem SIM-Kartenslot und 64 GB internem Speicher zur Verfügung. Optisch erinnert das neue Modell an den Vorgänger. Das Blackberry KEY2 ist 151,4 mal 71,8 mal 8,5 Millimeter groß und 168 Gramm schwer. Somit ist der Formfaktor dem des Blackberry KEYone sehr ähnlich.

Den Hauptteil der Vorderseite nimmt das 4,5 Zoll große LD-Display mit dem ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 3:2 ein, das eine Auflösung vom 1620 mal 1080 Pixel (343 ppi) bietet. Darunter ist die vierreihige QWERTZ-Tastatur zu finden - der wohl wichtigste Unterschied zu nahezu allen anderen aktuellen Smartphones auf dem Markt. Damit soll sich das Smartphone vor allem für Produktivität besser eignen als seine Mitbewerber. Tastatur nochmals verbessert

Tastatur erinnert an alte Blackberry-Zeiten

Tastatur erinnert an alte Blackberry-Zeiten
Foto: teltarif.de

Gegenüber früheren Blackberrys hat der Hersteller gerade auch an der Tastatur Verbesserungen vorgenommen. Die Tasten haben einen eindeutigen Druckpunkt und lassen sich ähnlich gut bedienen wie beim Blackberry Classic oder Blackberry Q10. Ein Schwachpunkt ist die Leertaste, die auch als Fingerabdrucksensor fungiert. Diese hat leichtes Spiel und klackt bei der Betätigung recht laut.

Neu ist die Speed-Taste, die sich in Verbindung mit den jeweiligen Buchstaben-Tasten für den Schnellzugriff auf bestimmte Funktionen eignen. Die Konfiguration kann der Nutzer selbst vornehmen und es geht definitiv schneller, WhatsApp durch Drücken von Speed und W aufzurufen, als die Anwendung aus dem Menü aufzurufen.

Schnelle Texteingabe dank echter Tastatur

Wie gut man mit der Hardware-Tastatur zurechtkommt, ist Ansichts- und Gewohnheitssache. Der Autor dieses Berichts kommt mit einer physischen Tastatur, die für jede Taste einen eindeutigen Druckpunkt bietet, auch heute noch deutlich besser zurecht als mit einem Touchscreen-Keyboard. Dabei müssen sich Blackberry-Neulinge allerdings eingewöhnen. "Alte Hasen" wissen hingegen, dass beispielsweise das @-Zeichen durch gleichzeitiges Drücken von Alt und P erreichbar ist.

Im Test war die Tastatur sehr nützlich. Anders als auf einem Fulltouch-Handy geht auch das Verfassen längerer E-Mails leicht von der Hand und es chattet sich einfacher in WhatsApp, Telegram oder auch dem Blackberry Messenger, um nur einige Beispiele zu nennen. Für Umlaute muss man dann allerdings doch wieder den Touchscreen zu Hilfe nehmen. Dafür kann die gesamte Tastatur auch als Cursor genutzt werden, um beispielsweise durch eine gerade geöffnete Webseite zu scrollen.

Der Fingerabdrucksensor in der Leertaste, mit dem sich beispielsweise das Smartphone entsperren lässt, funktioniert nicht so schnell und zuverlässig wie beim Blackberry KEYone. Hier kann man nur hoffen, dass der Hersteller durch ein Firmware-Update noch etwas herausholen kann. Zumindest aber ist der Sensor deutlich besser als bei einigen Mitbewerber-Produkten erreichbar, wo sich dieser auf der Geräte-Rückseite befindet. Rückseite mit Dual-Kamera

Dual-Kamera auf der Rückseite

Dual-Kamera auf der Rückseite
Foto: teltarif.de

Die Rückseite des Blackberry KEY2 besteht aus geriffeltem Kunststoff. Nachteil: Fingerabdrücke bleiben. Darin eingearbeitet wurde das Blackberry-Logo. Am linken oberen Gehäuserand befindet sich die Hauptkamera, wobei erstmals bei einem Blackberry gleich zwei Linsen (je 12 Megapixel, einmal f/1.8. einmal f/2.6) verbaut wurden. Auch einen Dual-LED-Blitz hat der Hersteller hier verbaut. Die Frontkamera wurde oberhalb des Displays neben der Hörmuschel angebracht und verfügt über eine Auflösung von 8 Megapixel.

Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich die Wippe für die Lautstärkeregelung, die Ein/Aus-Taste und die Komfort-Taste, die die Nutzer frei mit einer Anwendung belegen können, die sie besonders oft verwenden möchten. Beispielsweise lässt sich hier ein Schnellzugriff zur Kamera, zum Blackberry Hub oder zum WhatsApp Messenger einrichten. Auf der linken Seite ist das Schubfach für SIM- und Speicherkarte zu finden. Die Klinkenbuchse blieb erhalten

Klinkenbuchse auf der Oberseite

Klinkenbuchse auf der Oberseite
Foto: teltarif.de

An der Oberseite hat Blackberry Mobile eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse verbaut. Hier kann das mitgelieferte kabelgebundene Headset oder ein beliebiger anderer Kopfhörer angeschlossen werden. Unten ist neben dem Lautsprecher eine USB-C-Buche zu finden, die für die Aufladung des fest verbauten Akkus oder für Datenverbindungen genutzt werden kann. Ein Schnellladegerät, mit dem sich der Akku innerhalb von etwa zwei Stunden wieder komplett aufladen lässt, liefert der Hersteller mit.

Der integrierte und nicht wechselbare Akku hat eine Kapazität von 3500 mAh. Im Akkutest von teltarif.de hielt der Bolide acht Stunden und 33 Minuten durch. Betrachtet man die Praxis im Alltag, so kommt man problemlos über den Tag. In der Regel musste das Smartphone nach etwa eineinhalb bis zwei Tagen normaler Nutzung wieder mit dem Ladekabel verbunden werden. Dabei ist die physische Kopplung unerlässlich, denn die drahtlose Aufladung wird vom Gerät nicht unterstützt.

Android Oreo mit sinnvollen Erweiterungen

Neben der Tastatur will sich Blackberry Mobile vor allem mit der Software von der Konkurrenz abheben. Diese kommt nach wie vor von Blackberry Ltd. aus Kanada. Schon im Auslieferungszustand ist die aktuelle Version 8.1 (Oreo) des Android-Betriebssystems von Google an Bord. Das ist vorbildlich und nicht bei allen Herstellern selbstverständlich. Peinlich ist hingegen, dass das Gerät noch Ende Juli den Sicherheitspatch von Mai 2018 an Bord hatte und kein weiteres Update verfügbar war.

Das Android-System wurde vom Hersteller kaum verfremdet, aber durch Blackberry-Software wie den Hub, eigene Kalender-, Kontakte- und Notizen-Apps aufgewertet. Mit der DTEK-Anwendung können Nutzer jederzeit feststellen, wie sicher das Smartphone anhand der vorgenommenen Einstellungen ist. Die Locker-App ermöglicht es, sensible Daten sicher abzulegen und mit Privacy Shade wird das Display bis auf einen kleinen Balken, der vom Anwender verschoben werden kann, ausgegraut, um Inhalte vor neugierigen Blicken zu schützen. Kein Root und keine Custom ROMs

Schacht für SIM- und Speicherkarte

Schacht für SIM- und Speicherkarte
Foto: teltarif.de

Der Flash-Speicher des Blackberry KEY2 ist verschlüsselt, der Hersteller unterstützt keinen Root-Zugriff und keine Custom ROMs. Nun mag es nicht ausgeschlossen sein, dass es Hackern dennoch gelingen könnte, die Firmware zu hacken. Blackberry hat den Vorgang aber gegenüber Mitbewerbern deutlich erschwert. In punkto Sicherheit sind die zu spät ausgelieferten Google-Patches demnach der einzige Schönheitsfehler.

Die Einschränkungen hinsichtlich Root und Custom ROMs mögen für "Nerds" ein Nachteil sein. Der normale Nutzer profitiert wiederum von einer höchstmöglichen Sicherheit. Allerdings gibt es auch klassische Blackberry-Nutzer, die die Bindung des Betriebssystems an Google kritisieren. Selbst wenn man auf Google-Dienste verzichtet, so steht doch besagter Internet-Konzern hinter der Firmware. System läuft flüssig

Tasten auf der rechten Außenseite

Tasten auf der rechten Außenseite
Foto: teltarif.de

Trotz des Prozessors, der nicht zur Oberklasse gehört, läuft das Betriebssystem sehr flüssig. Apps starten ohne Verzögerung und auch das Surfen durch die Menüs "fühlt" sich butterweich an. Gamer, bei denen es auf Sekundenbruchteile ankommt, mögen bei der Geschwindigkeit kleine Defizite feststellen. Wer aber vor allem E-Mails schreibt und Text-Dokumente bearbeitet, im Internet surft und im Messenger chattet, spürt in der Praxis kaum einen Unterschied zu Geräten wie den Huawei P20 Pro oder dem Samsung Galaxy S9+.

Wir haben das Gerät auch einigen Benchmark-Tests unterzogen. Im 3D-Mark-Unlimited-Score haben wir 22 462 Punkte ermittelt, im Geekbench Single Core waren es 1607 Punkte, im Multi Core 4823 Punkte. Die Vergleichswerte für das Huawei P20 Pro betragen 29 864, 1900 bzw. 6776. Das Blackberry KEY2 ist somit zwar rein von den gemessenen Zahlen her langsamer, aber mit dem Gerät lässt sich gut arbeiten.

Ungewöhnliches Display-Format

Das Display könnte etwas größer ausfallen, ohne an den Abmaßen des Telefons Änderungen vorzunehmen. Dazu hätte Blackberry Mobile den Touchscreen einfach nur näher an den Gehäuserand bauen müssen. Hier wurde zu viel Platz verschenkt. Zudem ist das Seitenverhältnis von 3:2 für die Darstellung von Fotos und Videos in den Formaten 16:9 oder 4:3 nicht optimal. So bleiben stets Bereiche des ohnehin nicht sehr großen Bildschirms ungenutzt. Dafür ist die Blickwinkelstabilität recht gut. Kein Menü für VoLTE und WiFi Calling

Blickwinkelstabilität des Displays im Test

Blickwinkelstabilität des Displays im Test
Foto: teltarif.de

Der WLAN- und Mobilfunkempfang ist recht gut. Allerdings fiel im Test mit SIM-Karten aus den Mobilfunknetzen der Deutschen Telekom und von Telefónica auf, dass Voice over LTE und WiFi Calling nicht unterstützt werden. Die Menüs für diese beiden Telefonie-Betriebsarten sind gar nicht erst vorhanden. Das ist im Jahr 2018 nicht mehr zeitgemäß. Mit einer Vodafone-SIM (die wir im Test nicht zur Verfügung hatten), ist WLAN Call laut Nutzerberichten hingegen verfügbar.

Immerhin waren im Test HD-Voice-Verbindungen im GSM- und UMTS-Netz möglich. Davon hatte vor allem der jeweilige Gesprächspartner einen Vorteil, denn der Klang von Hörmuschel und Lautsprecher des Blackberry KEY2 ist eher durchschnittlich. Stellt man die Lautstärke zu hoch ein, so neigen Hörmuschel und Lautsprecher zu einer verzerrten Audio-Wiedergabe. Kamera nicht überzeugend Nicht überzeugend ist auch die Kamera, wie unsere Testaufnahmen zeigen. Vor allem bei ungünstigen Lichtverhältnissen sind die Fotos und Videos einem Gerät, das mehr als 500 Euro kostet, nicht würdig. Für schnelle Schnappschüsse mag die Qualität ausreichen, ein Ersatz für die Digitalkamera ist das Blackberry KEY2 aber auf keinen Fall. Da nutzt auch die Dual-Linse der Hauptkamera nichts.

Dafür verfügt das Handy über ein eingebautes UKW-Radio. Das findet man nur noch bei wenigen aktuellen Smartphones. Der Mehrwert hält sich - wie auch bei den meisten anderen Handys mit eingebautem Radio - aber in Grenzen. Der Empfang ist schlecht und selbst Ortssender sind nicht immer rauschfrei zu empfangen. Hier ist das Internetradio die bessere Alternative, auch wenn dabei der Datenverbrauch im Auge behalten werden muss. Bestes Smartphone für Produktivität

Android 8.1 mit sinnvollen Software-Erweiterungen an Bord

Android 8.1 mit sinnvollen Software-Erweiterungen an Bord
Foto: teltarif.de

Das Blackberry KEY2 ist dank Hardware-Tastatur und sinnvollen Software-Erweiterungen des Android-Betriebssystems das beste Smartphone für Produktivität. Wer ein Handy mit echter Tastatur sucht, hat allerdings derzeit auch kaum Alternativen. Das Betriebssystem ist aktuell und läuft trotz einem Prozessor, der nicht zur Oberklasse gehört, recht flüssig. Zudem ist die Akkulaufzeit recht ordentlich und dank QuickCharge 3.0 ist der Akku schnell wieder aufgeladen.

Für Multimedia-Fans ist der Bolide hingegen weniger gut geeignet, obwohl sogar ein UKW-Radio zum Leistungsumfang gehört und ein Kopfhörer-Anschluss verbaut wurde. Die Kamera ist unterdurchschnittlich und der Lautsprecher klingt nicht gut. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Multimedia-Anwender nicht die Zielgruppe sind. Für alle Nutzer gleichermaßen ärgerlich ist hingegen die fehlende Unterstützung für VoLTE und WiFi Calling. Das ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß.

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