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18.11.2016 - 16:41
Studie

Betrug per Klick: Jeder achte Mobilfunkkunde betroffen

Opfer meist jung und männlich

Jeder achte Mobil­funk­kunde ist bereits Opfer von unzulässigen Abrechnungen geworden. Dies geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens Yougov hervor, die im Auftrag des Bundesjustizministeriums erstellt wurde und der Rheinischen Post vorab vorliegt. Durchgeführt wurde die Studie per Onlinebefragung im Zeitraum vom 8. bis 15. August dieses Jahres. Befragt wurden rund 2000 Personen, repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Betrugsopfer sind meist junge, männliche Personen Der Studie zufolge hat das WAP-Billing in den vergangenen zwei Jahren "einen deutlich größeren Umfang" angenommen. Bei den Opfern handele es sich meistens um junge, männliche Personen. Diese Gruppe rufe häufiger Spiele-Apps auf, abonniere Klingeltöne oder konsumiere erotische Inhalte. Eben diese drei Faktoren seien wichtige Einfallstore für Betrüger.

Über das System des WAP-Billing haben wir in der Vergangenheit bereits berichtet. Kurz zusammengefasst tappen Kunden meistens durch Klicken auf einen Werbebanner, der beispielsweise als Werbemaßnahme in einer kostenlosen App integriert ist, in die Abofalle. Über den Banner gelangen sie auf eine neue Website. Dort langt häufig ein weiterer unvorsichtiger Klick und dem Kunden werden Kosten für ein angeblich abgeschlossenes Abo auf der monatlichen Handyrechnung präsentiert. Es gibt allerdings auch Kundenberichte, nach denen die Mobilfunkrechnung ohne einen weiteren Klick belastet wurde. Vielen Kunden ist die Methode nicht bekannt

Einer Studie zufolge ist jeder achte Handynutzer Opfer von unzulässiger Abrechnungen geworden. (Symbolfoto)

Einer Studie zufolge ist jeder achte Handynutzer Opfer von unzulässiger Abrechnungen geworden. (Symbolfoto)
Foto: dpa

Das Marktforschungsunternehmen fand heraus, dass der Hälfte der Kunden die Methode nicht bekannt ist. Besonders problematisch ist, dass laut der Studie 60 Prozent der Betroffenen keinen Widerspruch gegen die Abbuchung einlegten. Somit haben die Betrüger leichtes Spiel.

Ratsam ist, am besten schon präventiv eine Drittanbietersperre beim Anbieter einrichten zu lassen. Auf die Verfahren bei einzelnen Anbietern sind wir im Rahmen eines Artikels zum Thema Drittanbietersperre eingegangen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass bei den meisten Anbietern eine solche Sperre nicht präventiv, sondern erst auf Antrag des Kunden eingerichtet wird. Zu beachten ist allerdings, dass bei einer Drittanbietersperre häufig auch gewollte Dienste wie beispielsweise die Bezahlfunktion des Parktickets per Handyrechnung blockiert werden.

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Paul Miot-Paschke

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