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27.10.2015 - 09:48
Cybercrime

Behördendaten im Darknet angeboten

Polizei ermittelt wegen Computersabotage und Bestechung

Cybercrime: Die Schwachstelle Mensch

Cybercrime: Die Schwachstelle Mensch
Bild: dpa

Computersabotage und Bestechung wirft die Polizei einem 25-Jährigen aus dem Ruhrgebiet vor. Er steht im Verdacht, eine Mitarbeiterin einer Kfz-Zulassungsstelle bestochen zu haben, um an sensible Daten zu kommen. Gegen die 21 Jahre alte Frau wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt.

Nordrhein-westfälische Cybercrime-Experten des Landeskriminalamtes waren dem Mann auf die Spur gekommen, nachdem die Daten in dem als Darknet bezeichneten Teil des Internets zum Verkauf angeboten wurden. Die Bezahlung sollte in der virtuellen Währung Bitcoin erfolgen. Die Experten nahmen daraufhin Ermittlungen auf. Gleichzeitig hatte das Landeskriminalamt Brandenburg die Mitarbeiterin im Visier. Gestern wurden in einer gemeinsamen Aktion der beiden Behörden die Wohnungen sowie die Arbeitsplätze der beiden Beschuldigten im Ruhrgebiet durchsucht, wie das LKA NRW mitteilte. Social Engineering: Die Schwachstelle Mensch Der 25-Jährige sei dabei auf frischer Tat ertappt worden, sagte eine Behördensprecherin in Düsseldorf. Er und die 21-Jährige seien geständig. Nach einer Vernehmung kamen sie aber wieder auf freien Fuß. Die Durchsuchungen dauerten am Abend noch an. Um welche Art von sensiblen Daten es sich handelte, wurde zunächst nicht bekannt. Die Datenverluste seien aber sehr gering, sagte die Sprecherin.

Bei dem Fall handele es sich um sogenanntes "Social Engineering", hieß es weiter. "Dabei greifen Täter die Schwachstelle Mensch (...) an, versuchen die Mitarbeiter geschickt zu beeinflussen und so unbefugt an Informationen und Datenbanken zu gelangen." Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass in Unternehmen und Behörden die Angriffe durch Social Engineering zunehmen werden.

In dem Darknet ("Dunkles Netz") genannten Teil des Internets können sich Nutzer anonym bewegen. Der Bereich ist für normale Internet-Nutzer schwer zugänglich und wird beispielsweise von Kriminellen genutzt, aber auch von Menschen, die aus verschiedenen Gründen viel Wert auf den Schutz ihrer Privatsphäre legen. Mehr zum Thema Hacker-Angriff

dpa /

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