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27.02.2019 - 17:49
Backbone

Huawei: Ende-zu-Ende-Netzwerk mit 400 GBit/s

Immer höhere Geschwindigkeiten für Videostreams

Kunden­an­schlüsse errei­chen inzwi­schen bis zu 1000 MBit/s, mit 5G sind künftig sogar 3 GBit/s und mehr möglich. Entspre­chend müssen alle Netz­be­treiber - Fest­netz wie Mobil­funk - laufend ihre Back­bones upgraden, um mit dem Traffic-Wachstum Schritt zu halten. Huawei ist in den letzten Jahren nicht nur zu den Top 3 der Netz­werk­aus­rüster und Smart­phone-Hersteller aufge­stiegen, sondern inzwi­schen sogar der welt­weit größte Router-Hersteller. Damit hat Huawei die bisher führenden Routing-Spezia­listen Cisco und Juniper über­holt.

Thibaud Rerolle, CTO von Safaricom

Thibaud Rerolle, CTO von Safaricom
Foto: teltarif.de

Den Führungs­an­spruch unter­streicht Huawei nun mit der Auslie­fe­rung des ersten 400-GBit/s-Ende-zu-Ende-Back­bones an den kenia­ni­schen Netz­be­treiber Safa­ricom. "Ende-zu-Ende" bedeutet, dass sowohl die Router-Ports als auch die Glas­fa­ser­stre­cken jeweils mit 400 GBit/s betrieben werden. Die bisher übliche Back­bone-Geschwin­dig­keit waren bis zu 200 GBit/s, wobei auch immer noch viele Back­bones mit nied­ri­geren Geschwin­dig­keiten wie 100 GBit/s oder gar "nur" 40 GBit/s in Betrieb sind. Reicht die verfüg­bare Geschwin­dig­keit nicht aus, werden meist zunächst als "Kanal­bün­de­lung" mehrere Verbin­dungen mit der jewei­ligen Nenn­ge­schwin­dig­keit parallel geschaltet. Erst, wenn das aufgrund exor­bi­tant stei­gender Port-Zahlen unwirt­schaft­lich wird, wird auf eine höhere Geschwin­dig­keit pro Port geup­gradet. Mehrere Millionen Full-HD-Video­streams gleich­zeitig Zum Beispiel bietet der welt­weit größte Provider-unab­hän­gige Internet-Austausch­knoten, der in Frank­furt betrie­bene DE-CIX, derzeit eine maxi­male Port-Geschwin­dig­keit von 100 GBit/s an. Die trans­por­tierte Peak-Daten­rate liegt bei über 6 TBit/s, entspre­chend werden über 60 der genannten Ports benö­tigt, um diesen Traffic zu- und wieder abzu­führen. Back­bones inner­halb der Carrier errei­chen aller­dings noch deut­lich höhere Bitraten als die Provider-unab­hän­gigen Austausch­knoten, da letz­tere nur den "über­schüs­sigen" Traffic vermit­teln, der nicht direkt zwischen Carriern getauscht wird. Die Deut­sche Telekom hat sich beispiels­weise jahr­zehn­te­lang gewei­gert, sich mit dem DE-CIX zu verbinden, und benutzt diesen auch heute nur als "aller­letzten Notnagel", wenn es keine besseren Routen für die jewei­ligen Internet-Pakete gibt.

Leistungsparameter für Backbone-Netze von Huawei

Ende-zu-Ende-Netzwerk mit 400 GBit/s. WDM-Netze mit 200 GBit/s pro Wellenlänge und 24 TBit/s insgesamt.
Foto: teltarif.de

Auf einer einzelnen Glas­faser können mehrere Signale gleich­zeitig über­tragen werden, indem unter­schied­liche Licht­farben bzw. -wellen­längen verwendet werden. Huawei arbeitet bei diesem Wavelength Divi­sion Multi­plex (kurz WDM) derzeit noch mit 200 GBit/s. Durch bis zu 120 unter­schied­liche Wellen­längen wird eine Gesamt­da­ten­rate von 24 TBit/s pro Faser erreicht. Das entspricht mehreren Millionen Full-HD-Video­streams gleich­zeitig. Die maxi­male Reich­weite für WDM gibt Huawei mit 3.000 Kilo­meter an. Für WDM-Ausrüs­tung ist Huawei schon seit einigen Jahren der mit Abstand welt­weit führende Anbieter.

Werden die 400 GBit/s-Signale direkt im Ethernet-Stan­dard auf eine Faser geschaltet, steigt die Reich­weite sogar auf 5.000 Kilo­meter, aber auf Kosten der Gesamt­bi­trate, die dann eben "nur" 400 GBit/s beträgt. Da ab einigen hundert Kilo­meter die Kosten für die Verle­gung zusätz­li­cher Fasern die Kosten für WDM-Ausrüs­tung über­steigen, dürfte jedoch ein solcher Betrieb von 400 GbE auf einer tausende Kilo­meter langen inter­kon­ti­nen­talen Faser eher selten sein.

Huawei ist Marktführer sowohl für IP-Core-Router als auch WDM-Ausrüstung

Huawei ist Marktführer sowohl für IP-Core-Router als auch WDM-Ausrüstung
Foto: teltarif.de

Thibaud Rerolle, CTO von Safa­ricom, nannte die Einfüh­rung des 400-GBit/s-Back­bone einen "Meilen­stein, um das Netz­werk auf die Zukunft vorzu­be­reiten". Es sei eine Inves­ti­tion zum rich­tigen Zeit­punkt, um den stei­genden Video-Traffic verar­beiten zu können.

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