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13.07.2011 - 10:53
augmented reality

Augmented-Reality-Anwendungen ziehen in den Alltag ein

Von Location-based-Services bis zur Gesichtserkennung

Es ist nur ein Strich, doch dahinter steckt Hightech: Wenn bei der Fußballweltmeisterschaft eine virtuelle Linie zur besseren Erkennbarkeit einer Abseitsposition auf das reale Spielfeld projiziert wird, so handelt es sich im Kern um das, worum es zukünftig noch viel mehr gehen wird: Die Verknüpfung von realen Bilder (TV-Bild) mit virtuellen Darstellungen (Linie).

So erweitern Augmented-Reality-Apps auf dem Smartphone das Kamerabild zum Beispiel um ortsbezogene Hintergrundinformationen zu Sehenswürdigkeiten, das aktuelle Programm von Kino und Theater oder Nutzer-Bewertungen von Restaurants. Dabei arbeiten die meisten Augmented-Reality-Dienste mit GPS-Koordinaten, bzw. GPS-getaggten Fotos oder auch Kompass und Lage-Sensoren. Es existieren jedoch auch Verfahren zur Objekterkennung per Kamera, an deren Weiterentwicklung fieberhaft gearbeitet wird.

Kino-Programm im AR-Browser

Kino-Programm im AR-Browser
Screenshot: teltarif.de

Virtuelle Lego-Welt Aus Deutschland stammt die Firma Metaio, die mit ihrem AR-Browser Junaio einige Anwendungen realisiert hat, die mit Objekterkennung arbeiten. Komplexere, professionelle Anwendungen werden allerdings nicht per Smartphone, sondern mit Rechner und externer Kamera durchgeführt. So können sich Automechaniker auf einem Laptop mit AR-Software genau anzeigen lassen, wie ein Ersatzteil ausgetauscht werden muss. Wer sich im Laden für einen Baukasten von Lego interessiert, hält diesen einfach vor die dafür im Regal installierte Kamera und bekommt dann auf einem Bildschirm visualisiert, was sich in dem Kasten verbirgt und was man damit alles anstellen kann. Das Besondere ist immer: Die virtuelle Darstellung ist mit dem realen Abbild des Objektes verknüpft. Die Anzeige reagiert also auf den Blickwinkel des Automechanikers und auf die Position des Lego-Baukastens. Auf die gleiche Art und Weise lassen sich virtuelle Kleidungsstücke am realen Körper anprobieren, virtuelle Möbel in einem realen Raum platzieren oder gar komplizierte medizinische Eingriffe visualisieren. Zeitung mit Videozugabe

metaio Augmented-Reality-Browser

Per Augmented-Reality-App werden Hinweise zum Austausch der Tonerkassette im Drucker eingeblendet.
Foto: metaio

Weiter verbreitet ist die AR-Technologie schon mit gedruckten Medien. Während andere Browser wie Layar, Lynkee oder Wikitude auch mit QR-Codes arbeiten (zum Beispiel in der Tageszeitung "Welt kompakt"), setzt Metaio mit dem AR-Browser Junaio auf die Erkennung von realen bzw. abgebildeten Objekten. Eine Ausgabe des SZ-Magazins der Süddeutschen Zeitung war auf diese Weise gestaltet: So konnte man sich Sprechblasen zu Personen und die Lösung des Kreuzworträtsels anzeigen lassen und Fotos austauschen, sobald man die browserbestückte Smartphone-Kamera auf ein entsprechend präpariertes Bild richtete. Dem normalen Leser ohne Junaio-App blieben diese Dinge verborgen. Ist Gesichtserkennung der nächste Schritt? Ein weiterer Anwendungsfall für Augmented-Reality-Apps mit Objekterkennung wäre die automatische Erkennung von Gesichtern in bewegten Bildern. Eine Horrorvision, nicht nur für Datenschützer: Wir gehen durch die Straßen und können zu jedem Passanten, den wir mit dem Smartphone anvisieren, den Namen und alle möglichen anderen Daten abrufen. Dazu wäre die Auswertung bewegter Live-Aufnahmen nötig – schwieriger, aber nicht unmöglich.

Bisher ist die automatische Gesichtserkennung vorwiegend auf Fotos beschränkt, dazu gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie die Markierungs-Vorschläge bei Facebook, in Foto-Software wie Apples iPhoto und Googles Picasa sowie Apps wie Viewdle Social Camera (USA) und face.com (Israel). Diese machen es möglich, eine Person nur anhand von Augen-, Mund- und Hautmerkmalen zu erkennen – vorausgesetzt, der Name wurde einmal mit dem Foto bewusst verknüpft (getaggt) und ins Netz gestellt.

Google bietet seine Objekterkennungs-App Goggles wegen Datenschutzbedenken derzeit ohne Funktion zur Gesichtserkennung an, obwohl sie zuvor laut Google mit diesem Feature entwickelt wurde - und zwar auch für Bewegtbilder. Wer bei einer solchen Entwicklung in Zukunft nicht dabei sein will, sollte sich also hüten, sein Foto mit seinem Namen zu verknüpfen und zu veröffentlichen. Allerdings müssten sich auch alle daran halten, die Fotos von einem besitzen. Augmented Reality: 3D-Objekte, aber – noch – keine Gesichtserkennung Im Interview sieht metaio-Geschäftsführer Peter Meier dagegen den Schwerpunkt von Augmented Reality in naher Zukunft bei anderen Anwendungen als der Gesichtserkennung. Wie verhält es sich mit der Leistungsfähigkeit bei Smartphones bzgl. AR-Anwendungen? Was sind Ihre Erfahrungen? "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis alle Smartphones problemlos mit AR-Anwendungen umgehen können. Heute gibt es noch eine große Bandbreite an Leistungsspektren insbesondere bei den Android-Geräten. Bei alten Modellen kann es Schwierigkeiten geben oder gar nicht funktionieren. Der Prozessor sollte mindestens mit 800 MHz getaktet sein, aber auch die Grafikleistung spielt eine wesentliche Rolle (OpenGL 1.1-fähige GPU, besser ist eine OpenGL-2.0-Unterstützung, mindestens 8 MB freier Texturspeicher). Für AR-Anwendungen geeigneter sind die Tablet-PCs. Neben dem iPad 2 gibt es demnächst auch eine Version für geeignete Android-Geräte wie das Motorola Xoom." Es kursieren phantasievolle Anwendungen für AR wie zum Beispiel Gesichtserkennung. Sind die realistisch? "Das Jahr 2010 war das Jahr der PowerPoint-AR. Viele Agenturen haben Visionen präsentiert, die – noch – nicht realisierbar sind. Wir beschäftigen uns nicht mit Gesichtserkennung, aber wenn die Leute das wollen, werden wir das auch tun. Im Moment gibt es eher eine Angst davor." Mehr zum Thema Augmented Reality

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Hagen Hellwig

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