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22.05.2008 - 16:47
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Wer mehr zahlt, bekommt seine Bits schneller

Arthur D. Little empfiehlt Priorisierungen beim mobilen Datenverkehr

Ansgar Schlautmann von der Management-Beratung Arthur D. Little stellte auf dem LTE World Summit in Berlin die Herausforderungen vor, denen sich Mobilfunk-Netzbetreiber stellen müssen, wenn sie mit festnetzbasierten Breitbanddiensten wie DSL konkurrieren wollen. Das Kernproblem ist dabei der zügige Ausbau der Netze, um dem rasant wachsenden Bandbreitenbedarf gerecht zu werden.

Zunächst führte Schlautmann aber eine Betrachtung einzelner Länder durch. In Ländern wie der Schweiz, die über eine gut ausgebaute Festnetz-Infrastruktur verfügten, sei eine Bedrohung der Festnetz-Breitbanddienste durch mobile Breitbandangebote in den nächsten Jahren wenig wahrscheinlich. In Ländern wie Österreich, Portugal oder Schweden, in denen die Mobilfunk-Netzbetreiber einen aggressiven Breitband-Preiskampf führten, werden diese den Festnetzanbietern hingegen Marktanteile abluchsen können.

In Deutschland ist es insbesondere die geringe Verbreitung von Triple Play, also dem Bündelangebot aus Telefonie, breitbandigem Internet-Zugang und Fernsehen, der die Position der Festnetz-Anbieter kritisch macht. Denn Telefonie und Breitband-Internet können auch die Mobilfunker bieten, Fernsehen in PAL- oder HDTV-Qualität hingegen (noch) nicht. Entsprechend fällt den Dual-Play-Kunden das Kappen der Kabel leichter als den Triple-Play-Kunden. Netzleistung intelligent aussteuern Die Netzbetreiber werden kräftig investieren müssen, um den steigenden Bandbreitenbedarf und den Wunsch der Kunden nach Versorgung in Innenräumen nachkommen zu können. Dazu sieht Schlautmann auch Femtozellen als geeignete Maßnahme an. Diese ähneln den bekannten WLAN-DSL-Routern, enthalten aber zudem noch eine Mobilfunk-Basisstationen mit geringer Sendeleistung, die typischerweise ein bis vier Handys mit Daten versorgen kann.

Allen Investitionen zum Trotz wird es dennoch immer öfters vorkommen, dass die Mobilfunkzellen des Netzbetreibers volllaufen und nicht mehr alle Nutzer mit der angeforderten Datenrate versorgt werden können. Ab einem gewissen Auslastungsgrad kann dabei schon eine vergleichsweise kleine Zahl zusätzlicher Nutzer zu einem dramatischen Anstieg der Zahl der Blockadesituationen in einer Zelle bewirken.

In diesem Zusammenhang tadelte Schlautmann die Netzbetreiber für ihre derzeitige "best effort"-Strategie, bei der alle Kunden gleich behandelt würden. Als Alternative schlug er eine Differenzierung des Service vor: Wer eine "blue card" erwirbt, erhält den Service wie bisher "best effort". Ein Nutzer mit "gold card" muss zwar mehr zahlen, erhält aber in vollen Zellen Priorität.

Ebenso kann auch das Nutzungsverhalten als Maßstab herangezogen werden: Wer 500 Euro Umsatz im Monat generiert, sollte dem Netzbetreiber mehr wert sein als ein Kunde, der überhaupt nur zwei Anrufe monatlich mit seiner Prepaid-Karte tätigt. Bei Kontingenten und Flatrates dreht sich die Logik hingegen um: Je mehr Datenvolumen oder Telefonminuten der Kunde zum Festpreis abwickelt, desto niedriger wird seine Priorität. HSPA dominiert in den nächsten Jahren Der Redner präsentierte zudem eine Prognose, derzufolge 2012 zwei Drittel der Umsätze mit mobilen Breitbanddiensten über HSPA erwirtschaftet werden. Der in den USA und Teilen von Asien verbreitete konkurrierende Standard EV-DO kommt auf gut ein Fünftel. Dem gemeinsamen Nachfolger LTE werden bis dahin lediglich 4 Prozent Marktanteil zugetraut, allen Bestrebungen der Ausrüster auf turbo-schnelle Einführung des Datenturbos zum Trotz. Auch WiMAX werden bis dahin nur 4 Prozent zugetraut.

Als zum führenden HSPA kompatible Technologie traut Arthur D. Little LTE für die Folgejahre bessere Marktchancen zu als WiMAX. Insbesondere große Netzbetreiber werden aber immer einen Technologiemix einsetzen müssen, um die Bedürfnisse ihrer Kunden abzudecken. Weitere Artikel zu LTE

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