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15.12.2005 - 10:04
Umschaltung

0190 wird 0900: Was sich tatsächlich ändert

Die neuen Mehrwertdienste-Nummern haben nicht nur Vorteile

Inhaltsverzeichnis:

  1. Um Mitternacht wird umgeschaltet
  2. 0900-Nummern gibt es nur einzeln
  3. Netzbetreiber muss Missbrauchsrisiko mittragen

In der kommenden Silvesternacht wird es endlich geschehen: Pünktlich um Mitternacht werden alle bisherigen 0190-Angebote abgeschaltet. Angebote, die bis dahin nicht auf die Rufnummerngasse 0900 umgestellt wurden, sind dann nicht mehr erreichbar. Nach fast vierjähriger Parallelexistenz der beiden Gassen laufen 0190-Nummern nun aus. Zwar hatten sich vor allem Erotik-Anbieter gegen die Abschaltung ihrer 0190-Nummern gestemmt, doch ein entsprechender Eilantrag der Beate Uhse New Media GmbH wurde kürzlich vom Verwaltungsgericht Köln abgelehnt.

Doch was hat es nun mit diesen 0900-Nummern auf sich? Bereits seit Anfang 2003 werden Vorwahlen für so genannte Mehrwertdienste auf 0900 umgestellt, nachdem 0190-Nummern durch Betrugsmaschen unseriöser Anbieter in Verruf geraten waren. Eigentlich waren diese Mehrwertdienste-Nummern als praktische und sichere Bezahlmethode gedacht, mit der telefonisch erbrachte Dienstleistungen, etwa Auskünfte, einfach über die Telefonrechnung bezahlt werden konnten. Gerade Erotik-Anbieter entdeckten dieses Geschäftsfeld für sich. Allerdings gab es besonders im Internet-Bereich Ärger mit diesen Einwahlnummern: Dialer-Anbieter entdeckten immer neue Möglichkeiten, ahnungslosen Internet-Nutzern mit einer Einwahl über solche Nummern viel Geld aus der Tasche zu ziehen: Bis zu 900 Euro konnte eine einzige Einwahl kosten. Neue Nummer - neues Image? Die 0190-Branche geriet ins Zwielicht und hatte mit entsprechenden Image-Problemen zu kämpfen. Auch sinnreiche und seriöse Dienste, die per 0190-Nummer angeboten wurden, wurden mit den "Schmuddel-Nummern" in einen Topf geworfen. Insofern ging es mit der Umstellung auf 0900-Nummern auch um eine Image-Korrektur. Angebote und Dienstleistungen, die bisher über die 0190-Nummern angeboten wurden, werden auch künftig angeboten - nur eben über 0900-Nummern. Für die Verbraucher bringen die neuen Nummern allerdings nicht nur Vorteile: Bei den 0190-Nummern waren die Kosten von der Folgeziffer abhängig und dadurch für den Nutzer zu erkennen - mit Ausnahme der Folgeziffer 0. Kam etwa nach der 0190 eine 1, dann kostete der Anruf 62 Cent pro Minute, folgte eine 8, waren es 1,86 Euro pro Minute.

Bei den 0900-Nummern gibt die folgende Ziffer nur über die Art der Dienstleistung Auskunft. Die 1 steht für Informationsdienste, die 3 für Unterhaltung, die 5 für Sonstiges, womit vor allem Erotikangebote gemeint sind. Eigentlich sollten derartige Angebote unter der 6 angeboten werden, doch das hat sich laut Bundesnetzagentur nicht durchsetzen lassen.

Gemeinsam ist allen 0900-Nummern, dass sie frei tarifierbar sind. Die Verbindung kann zwischen wenigen Cent und maximal 2 Euro pro Minute kosten. Es kann aber auch ein Einmalbeitrag von bis zu 30 Euro abgerechnet werden. Auch einzelne Gesprächsabschnitte lassen sich unterschiedlich bepreisen. So kann die Begrüßung durch einen Sprachcomputer günstiger sein als die anschließende Vermittlung zu einer Beratungsmitarbeiterin. Eine kostenlose Ansage informiert jeweils über den aktuellen Preis. Die Kunden müssen also darauf achten, welche Kosten in der Ansage tatsächlich angekündigt werden. Insbesondere bei Anwahlen aus den Mobilfunknetzen sollte man bei dieser Ansage sehr genau hinhören.

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