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27.06.2019 - 00:00
Mobiles Bezahlen

Nutzung im Ausland: Apple Pay & Google Pay im Test

Darauf müssen Nutzer im Ausland achten

Apple Pay und Google Pay stei­gern auch in Deutsch­land ihren Beliebt­heits­grad. Schließ­lich ist es auch unge­heuer prak­tisch, an der Super­markt­kasse das Smart­phone zu zücken und mit einer lockeren Bewe­gung aus dem Hand­gelenk an das Bezahl­terminal zu halten, und binnen weniger Augen­blicke ist der Einkauf bezahlt. Was für den ein oder anderen Skep­tiker hier­zulande noch als Spie­lerei gilt und wenig Vorteile bietet, erweist sich im Ausland oft als umso nütz­licher, gerade dann, wenn man nur kurz außer Landes ist und wenig Inter­esse daran hat, Geld umzu­tauschen.

Wir haben in verschie­denen (euro­päischen) Ländern beide Bezahl­methoden auspro­biert. Dafür nutzten wir ein Apple iPhone 8 in entspre­chender Kombi­nation mit Apple Pay und einer hinter­legten Kredit­karte der Deut­schen Bank sowie ein Samsung Galaxy S10+ mit Google Pay und einem dort hinter­legten PayPal-Konto. Voraus­setzungen

Google Pay kann gegenüber Apple Pay mit PayPal verwendet werden

Google Pay kann gegenüber Apple Pay mit PayPal verwendet werden
Foto: Apple, Logos: Apple/Google, Montage: teltarif.de

Wer Google Pay oder Apple Pay benutzen will, braucht grund­sätz­lich ein NFC-fähiges Smart­phone. Google Pay ist auf die Nutzung mit Android-Smart­phones beschränkt, Apple Pay funk­tioniert entspre­chend auf iPhones.

Google Pay könnte man den Vorteil unter­stellen, dass sich das Bezahl­verfahren mit einem PayPal-Konto verknüpfen lässt und aus diesem Grund keine eigene Kredit­karte notwendig ist. Wer hinter einem PayPal-Konto beispiels­weise ein Giro­konto hinter­legt hat, erhält bei der Verknüp­fung mit Google Pay eine virtu­elle Master­card. Auf diese Weise lassen sich Bezahl­vorgänge, die eine Kredit­karte voraus­setzen, auch reali­sieren, ohne eine "echte" zu besitzen. Eine solche lässt sich aber auch mit Google Play verknüpfen.

Bei Apple Pay sieht die Sache anders aus. Hier ist die Teil­nahme der Bank Voraus­setzung für die Funk­tions­weise des mobilen Bezahl­systems. Eine Liste aller teil­nehmenden Banken finden Sie auf der Apple-Support-Seite. Aktuell unter­stützen folgende Banken in Deutsch­land Apple Pay: American Express, boon, bunq, comdi­rect, Consors­bank!, Consors Finanz, Cross­card, Deut­sche Bank, fidor BANK, Fleet­money, Hanseatic Bank, HypoVereinsbank/UniCredit Bank AG, Monese, N26, o2 Banking, Revolut, Ticket Restau­rant Edenred, Viabuy, VIMpay.

Die Deut­sche Kredit­bank (DKB) fehlt in der aktu­ellen Liste (Stand: 27. Juli) , wird aber seit kurzen eben­falls unter­stützt.

Sowohl Google Pay als auch Apple Pay erlauben ein paar Zahlungen ohne bestehende Inter­netver­bindung. Diese Info ist nicht ganz unwichtig. Hat beispiels­weise ein Super­markt eine zweite, tiefe Ebene und befinden sich dort zufällig die Kassen, kann es mitunter zu Verbin­dungs­problemen kommen. In der Regel funk­tioniert die kontakt­lose Bezahl­methode aber trotzdem. Die Umsätze werden dann in der Wallet-App bei Apple bezie­hungs­weise der Google-Pay-App (und per Pay-Pal-Pop-up falls einge­stellt) ange­zeigt, wenn wieder eine Inter­netver­bindung besteht.

Grund­sätz­lich sollte aber Zugang zum Internet bestehen, wenn im Laufe des Urlaubs mehr als nur ein paar Zahlungen mit Google Pay oder Apple Pay gemacht werden sollen. Dank EU-Roamings ist das für viele Nutzer kein großes Thema mehr, außer­halb der EU können für die Inter­netnut­zung aber hohe Kosten anfallen. Entspre­chend ist eine lokale SIM/Roaming-SIM mit gültigem Daten­paket für das jewei­lige Urlaubs­land sinn­voll. Kontaktlos bezahlen in Schweden, Norwegen und Spanien Das Geschäft, das Restau­rant, der Kiosk oder die Tank­stelle müssen über ein Terminal verfügen, das mobile Bezahl­vorgänge ermög­licht. In Skan­dina­vien ist das in der Regel kein Problem, bargeld­loses bezie­hungs­weise kontakt­loses Bezahlen ist dort sehr verbreitet. Dennoch sollte man sich grund­sätz­lich nicht auf kontakt­loses Bezahlen verlassen. In einem Netto-Super­markt in Malmö zahlte zwar jeder Kunde vor uns mit Karte, als wir an der Reihe waren, teilte uns der Verkäufer mit, dass kontakt­loses Bezahlen nicht unter­stützt wird.

Entspre­chend sollte man immer auf das "Kontaktlos-Symbol" am Terminal achten oder vorher nach­fragen, ob mobiles Bezahlen unter­stützt wird. Es ist drin­gend empfeh­lens­wert gerade für solche Fälle eine weitere Bezahl­möglich­keit - unab­hängig von kontakt­losem Bezahlen - verfügbar zu haben. Wer bei Apple Pay oder Google Pay eine Kredit­karte hinter­legt hat, dem empfehlen wir, sie für solche Fälle auch in physi­scher Form mitzu­führen.

Wer nur Google Pay und ein verknüpftes PayPal-Konto nutzt, reist gewagt. Hier sollte mindes­tens entweder eine physi­sche Kredit­karte zusätz­lich zur Hand sein oder eben doch klas­sisch das Bargeld.

In einem Super­markt in Göte­borg machten wir die Erfah­rung, dass auf dem Terminal zwar ein Symbol für kontakt­loses Bezahlen zu sehen, es aber (noch) deak­tiviert war. Auch für diesen Fall gilt: Besser eine zweite Zahlungs­option parat haben.

Gerade in Schweden stellten wir fest, dass viele Händler auf Nach­frage nicht genau wussten, ob Apple Pay oder Google Pay unter­stützt wird. Später bemerkten wir, dass unsere Nach­frage viel­leicht einfach zu konkret war. Ist kontakt­loses Bezahlen möglich und wird eine in Google Pay oder Apple Pay hinter­legte Kredit­karte unter­stützt, funk­tioniert in der Regel auch der Bezahl­vorgang. Dann kommt es auch nicht darauf an, ob mit dem Smart­phone oder beispiels­weise mit einer Apple Watch bezahlt wird. Letz­teres probierten wir in Barce­lona in einem Restau­rant aus und das klappte problemlos.

Am Terminal muss dieses "gekippte WLAN-Zeichen" zu sehen sein

Am Terminal muss dieses "gekippte WLAN-Zeichen" zu sehen sein
Foto: Apple, Montage: teltarif.de

Das mobile Bezahlen hat noch einen Vorteil, den wir in einem Busbahnhof in Oslo fest­stellten. Hier war es nicht möglich, eine öffent­liche Toilette mit Bargeld frei­zuschalten. Die einzigen beiden Möglich­keiten waren entweder das kontakt­lose Bezahlen mit einer dazu fähigen Kredit­karte oder kontaktlos per Mobile Payment. Wir entschieden uns für die Zahlung mit Apple Pay. Laut Apple werden bei Zahlung mit Apple Pay "Ihre Karten­nummer sowie Infor­mationen zu Ihrer Iden­tität [...] nicht an den Händler weiter­gegeben." Das ist ein Vorteil, um nicht jedem x-belie­bigen Unter­nehmen Daten preis­geben zu müssen.

Google schreibt dazu: "Die Kredit­karten­daten sind zwar in Google Pay gespei­chert, werden aber nicht an das Terminal über­mittelt. Statt­dessen wird ein Token erstellt, der nur einmalig gültig ist und die Zahlung auf diese Art und Weise veri­fiziert." Kosten im Über­blick Da in unserem Google Pay-Account PayPal mit Giro­card hinter­legt ist, werden die Zahlungen auch entspre­chend zeitnah abge­zogen - anders als bei der Kredit­karte, die am Ende des Monats belastet wird. Die Kosten sind also prak­tisch in einer Liste bei Google Pay und bei PayPal einseh­barer.

Die Deut­sche Bank bietet aller­dings eine eigene Kredit­karten-App an. Dort kann die Karte hinter­legt werden - sobald ein Bezahl­vorgang abge­schlossen ist, erfolgt auch zeitnah die Benach­rich­tigung, dass die Kredit­karte belastet wurde. So lassen sich die Zahlungen in der App verfolgen. Auch wenn der Gesamt­betrag am Ende des Monats vom Konto abge­zogen wird, stellt das für uns keine mindere Kosten­kontrolle dar. PayPal: Wech­selkurs­gebühr Aktuell heißt es auf der Webseite: "Mit PayPal in Google Pay kontaktlos im Geschäft im In- und Ausland gebüh­renfrei bezahlen." Das ist auch grund­sätz­lich richtig. Nutzer sollten sich aber nicht wundern, wenn auf der PayPal-Rech­nung ein anderer Betrag bezie­hungs­weise ein Posten "Sons­tige Gebühren" auftaucht als im Zuge der direkten Benach­rich­tigung nach Benut­zung der Bezahl­methode.

Das kann passieren, wenn im Zuge eines Einkaufs eine Währungs­umrech­nung erfolgt. Auf der Commu­nity-Seite von PayPal heißt es dazu, dass "aus buchungs­tech­nischen Gründen der Wech­selkurs erst zu dem Zeit­punkt ange­wendet werden [kann], zu dem die Trans­aktion tatsäch­lich gebucht wird. Das findet in der Regel erst ein paar Tage später statt. Da wir diesen Kurs zum Zeit­punkt der ursprüng­lichen Zahlung noch nicht kennen, kann es in Einzel­fällen vorkommen, dass sich die Summe noch einmal minimal verän­dert."

Das können wir bestä­tigen. Sams­tags haben wir in Malmö einen Betrag von umge­rechnet 9,39 Euro mit Google Pay/PayPal gezahlt. Die tatsäch­liche Abrech­nung erfolgte aber erst am Dienstag darauf, sodass auf der PayPal-Rech­nung ein Betrag von 9,44 Euro auftauchte, sprich: "Sons­tige Gebühren" von 0,05 Euro. Fazit: Mobiles Bezahlen im Ausland Unsere Erfah­rung mit Google Pay und Apple Pay im Ausland ist grund­sätz­lich durchweg positiv. Beide Bezahl­methoden machen genau das, was sie machen sollen. Dabei ändert sich auch nichts bei der Nutzung außer­halb Deutsch­lands.

Wie bereits erwähnt ist es aber ratsam, sich nicht auf mobiles Bezahlen alleine zu verlassen. Das Risiko, dass die Bezahl­methode mal nicht akzep­tiert wird, ist zu groß. Im Zweifel immer vorher nach­fragen, bevor man am noch nicht bezahlten Eis leckt.

Die "Spar­kasse" offen­bart: Apple Pay kommt noch in diesem Jahr. Auch die Volks- und Raiff­eisen­bank will die Bezahl­methode im Laufe des Jahres frei­schalten.

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