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06.06.2019 - 10:16
Techniker

WLAN taugt nichts - Ablösung durch 5G?

ANGA Com: Diskussion über Glasfaser und 5G

Die Messe ANGA Com besteht im Prinzip aus zwei Teilen: Einmal die Fach­ausstel­lung in den Hallen 7 und 8 des weit­räumigen Kölner Messe­geländes und span­nende Vorträge im Konfe­renz-Zentrum.

teltarif.de schaute beim CTO Summit vorbei. Dort hatten die Veran­stalter auf dem Podium eine bunte Mischung an Technik-Chefs (Chief Tech­nology Officer = CTO) versam­melt. Liberty Global: 98 Prozent über Kabel

Auf dem Panel schilderten CTOs von Kabel und Mobilfunkanbietern ihre Einschätzung der Lage.

Auf dem Panel schilderten CTOs von Kabel und Mobilfunkanbietern ihre Einschätzung der Lage.
Foto: Henning Gajek / Teltarif.de

Etwa Colin Buechner vom welt­weiten Kabel­netz-TV-Betreiber Liberty Global (im Moment noch die Mutter von Unity­media in Deutsch­land), der sich freute, gerade 4 Millionen neue Wohnungen ange­schlossen zu haben. Neue Kunden kämen über­wiegend via Glas­faser („Fibre“) und man sei dabei, die ursprüng­lich nur für Fern­sehpro­gramm­vertei­lung entwi­ckelten Netze so aufzu­rüsten, dass mehr Kunden hinein­passen, schnelles Internet und Tele­fonie möglich werden und alles „skalierbar“ ist. Mit diesem Begriff wird erklärt, dass man beim Aufbau eines Netzes oder einer Anlage gewisse Grund­voraus­setzungen braucht, welche die glei­chen sind, wenn die Kunden- oder Nutzer­zahlen stärker wachsen sollen.

Wo noch nicht geschehen, werde DOCSIS 3.1 ausge­rollt, jenes "Wunder­proto­koll", das auf den Hoch­frequenz-Koax­kabel-Netzen (HFC) Inter­netge­schwin­digkeiten von „bis zu 1 GBit/S im Down­load (später noch mehr), Tele­fonie und Fern­sehpro­gramme erlaubt.

Für Liberty Global gehen nach wie vor 98 Prozent des Traf­fics über das Kabel, nur 2 Prozent seien schon mobil. Von daher habe 5G für ihn nicht so die Bedeu­tung wie für andere Anbieter. Däne­mark: FTTH und 5G Auch wenn sein Name es nicht vermuten lässt: Michael Fränkle ist Technik Chef bei der einst­mals staat­lichen TeleDanmark, TDC. "Wir rollen FTTH und 5G aus, versorgen die 'Haus­gesell­schaften', die ihrer­seits die Netze in den Häusern verteilen". In Däne­mark hat man schon 5G im Blick, die neuen Frequenzen werden ihm viel bringen. Schweiz: Gutes Netz zahlt sich aus Elmar Grasser, der CTO des Schweizer Mobil­funk- und Fest­netz-Anbie­ters Sunrise betont, wie wichtig der Netz­aufbau für die Wett­bewerbs­fähig­keit. Ein guter Neuaufbau ist wichtig, denn viel­fach setze die Indus­trie noch auf Hard­ware und sei in der immer wich­tiger werdenden Soft­ware noch nicht so stark.

Sunrise hat in der Schweiz bereits 5G gestartet und erreiche bereits 180 Städte mit 5G. 5G könne ein Ersatz für das Fest­netz werden. Der Daten­verkehr verdop­pele sich Jahr um Jahr.

Grasser: "Wenn du ein gutes Netz lieferst, nutzen die Kunden Dich immer mehr. Aber wir brau­chen eine kriti­sche Masse von Firmen, die mitma­chen." Der Elektro-Auto­mobil-Bauer Tesla ist Kunde bei Sunrise, jedes Auto verbraucht einige GB pro Monat. Autos anderer Marken brau­chen (derzeit noch) quasi nichts. Für Sunrise habe sich das Invest­ment in gute Infra­struktur ausge­zahlt.

Sunrise ist aber auch im Fest­netz aktiv. Durch ein Abkommen mit verschie­denen Glas­faser­netz­betrei­bern wie z.B. „Swiss Fibre“ könne Sunrise 35 Prozent der Haus­halte errei­chen. Die Idee sei, 1 GBit/s für jeden Haus­halt anbieten zu können. Aktuell sei es gar nicht so einfach, neue Kunden zu bekommen.

Die Branche müsse sich den Aufbau von 5G-Netzen leisten, es bestehe die Angst, dass Europa zurück­fällt. Um die Kosten im Griff zu behalten, sei Konso­lidie­rung notwendig. Der Neuaufbau von neuen Netzen wie z.B. 5G sei in Europa sehr teuer. China und Asien seien güns­tiger, weil dort größere Mengen anschließbar und die Auflagen geringer seien.

Wenn Grasser in seiner Heimat Tirol (Italien) ist, habe er nur 300 kBit/s im Upload zur Verfü­gung, das sei furchtbar, dass da nichts voran­ginge. Bei den Schwie­gerel­tern in Erding bei München waren es 1 MBit/s im Upstream. Da müsse sich viel mehr tun. Glas­faser quasi flächen­deckend Für Thomas Helbo von Tele2 ist die Inte­gration Fest­netz und Mobil möglich, denn in Schweden ist die Glas­faser schon dicht ausge­baut. Voda­fone CTO Mack: WLAN taugt nichts Erst­mals in der Öffent­lich­keit sichtbar war der „neue“ CTO von Voda­fone Deutsch­land, Gerhard Mack, Nach­folger von Eric Kuisch. Mack kriti­sierte das Bashing der Netz­betreiber, weil das Netz langsam und an manchen Stellen gar nicht vorhanden sei, räumte später aber auch ein, dass das manchmal wohl berech­tigt sein könnte. Er beschäf­tigt sich mit dem Netz­ausbau via Kabel und Mobil­funk.

Würden die Leute 5 Euro im Monat mehr bezahlen, wenn jede Milch­kanne ausge­baut wäre? Mack ist durchaus selbst­kritisch: "Wir zwingen die Leute ins WLAN/WiFi, weil's viel billiger ist. Dabei ist WiFi eigent­lich Schrott" (englisch "crap"), eine Erfah­rung die viele Mobil­tele­fonierer bestä­tigen können. Mack glaubt, dass eines Tages 5G-Tech­nologie WLAN/WiFi ersetzen könnte. Kabel-TV-Netze: Lange nichts daran getan Axel Sihn vom Kabel-TV-Netz­ausrüster WiSi findet, dass im Endef­fekt alles auf Glas­faser hinaus­laufe. Noch buchten nicht alle Kunden Glas­faser, weil es ihnen zu teuer sei. Es seien auch nicht alle Kunden an maxi­maler Geschwin­digkeit inter­essiert, eher an zuver­lässig gleich­mäßigen Ange­boten.

Als verschie­dene Inves­toren die deut­schen Kabel-TV-Netze kauften, staunten sie über die gleich­mäßige Qualität der Netze in verschie­denen Städten, aber seit dem Neuaufbau durch die Deut­sche Bundes­post Telekom sei an den Kabel-Netzen wenig gemacht worden.

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