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11.04.2019 - 12:12
Datenauswertung

Amazon-Mitarbeiter hören Alexa-Sprachbefehle ab

Spracheingaben werden bei Amazon abgetippt

Amazon lässt zum Teil Mitar­beiter aufge­zeich­nete Befehle von Nutzern an seine Assis­tenz­soft­ware Alexa anhören und abtippen, um die Sprach­er­ken­nung zu verbes­sern. Der Konzern bestä­tigte die Vorge­hens­weise heute dem Finanz­dienst Bloom­berg. "Wir versehen nur eine sehr geringe Auswahl an Alexa-Sprach­auf­nahmen mit Kommen­taren, um das Kunden­er­lebnis zu verbes­sern."

Bloom­berg zufolge wird diese Arbeit an diversen Stand­orten rund um die Welt erle­digt, unter anderem in Boston, Costa Rica, Indien und Rumä­nien. Laut zwei Mitar­bei­tern in Buka­rest schlagen sie dort pro Schicht bis zu 1000 Mitschnitte um. Ein Mitar­beiter aus Boston sagte, er habe zum Beispiel Aufzeich­nungen mit den Worten "Taylor Swift" analy­siert und sie mit der Anmer­kung versehen, dass die Nutzer die Sängerin meinten.

Amazon Echo: Amazon-Mitarbeiter hören persönliche Alexa-Sprachbefehle ab

Amazon Echo: Amazon-Mitarbeiter hören persönliche Alexa-Sprachbefehle ab
Bild: dpa

Alle Infor­ma­tionen "streng vertrau­lich behan­delt"? "Beschäf­tigte haben keinen direkten Zugang zu Infor­ma­tionen, durch die eine Person oder ein Account bei diesem Verfahren iden­ti­fi­ziert werden können", betonte Amazon in der Stel­lung­nahme an Bloom­berg. Der Finanz­dienst berich­tete zugleich, auf einem Screen­shot zu einem solchen Tran­skrip­tions-Auftrag seien eine Account-Nummer, der Vorname des Nutzers sowie die Seri­en­nummer des Geräts aufge­führt gewesen. Der Konzern erklärte, alle Infor­ma­tionen würden streng vertrau­lich behan­delt und es werde mit Zugangs­ein­schrän­kungen und Verschlüs­se­lung gear­beitet.

Aus Amazons Infor­ma­tionen zu Alexa geht bisher nicht explizit hervor, dass unter Umständen auch Menschen die Aufzeich­nungen anhören könnten. "Zum Beispiel verwenden wir Ihre Befehle an Alexa, um unsere Systeme zur Sprach­er­ken­nung und zum Verstehen natür­li­cher Spra­chen zu trai­nieren", heißt es ledig­lich in Fragen und Antworten auf einer Amazon-Seite. Zugleich können Nutzer in den Einstel­lungen der Nutzung ihrer Aufnahmen zur Weiter­ent­wick­lung des Dienstes wider­spre­chen.

Von Amazon gab es am Donnerstag zunächst keine weiteren Stel­lung­nahmen über die Erklä­rung an Bloom­berg hinaus. Auch die Konkur­renten Apple und Google äußerten sich zunächst nicht zur Anfrage, ob sie auf eine ähnliche Vorge­hens­weise bei ihren Assis­tenten Siri und Google Assi­stant zurück­greifen.

Ob die Aufregung über diesen Vorfall in jeder Hinsicht gerechtfertigt ist, diskutieren wir in unserem Kommentar: Die Aufregung über Alexa ist paradox.

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dpa /

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