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02.01.2019 - 11:53
Meinung

5G-Lizenzen: Kartellamt lobt Ver­ga­beregeln

Regulierer habe "guten Vorschlag gemacht"

Das Bundes­kar­tellamt hält die von den Mobil­funk-Netz­be­trei­bern geübte Kritik an den umstrit­tenen Verga­be­re­geln für die neuen 5G-Mobil­funk­netze für unan­ge­bracht. "Die Bundes­netz­agentur hat unter den gege­benen Umständen einen guten Vorschlag für die Verga­be­li­zenzen gemacht", sagte Kartell­amts-Chef Andreas Mundt der Rhei­ni­schen Post. "Die natio­nalen Netz­be­treiber werden verpflichtet sein, mit anderen Anbie­tern fair über einen diskri­mi­nie­rungs­freien Netz­zu­gang zu verhan­deln."

Der Bundes­netz­agentur falle als Regu­lie­rungs­be­hörde die Rolle als Schieds­richter zu. Das sei eine schwie­rige Aufgabe, wie der Chef des Bundes­kar­tell­amts meint. "Das wird nicht einfach und ist mit einer gewissen Rechts­un­si­cher­heit verbunden", sagte Mundt. "Entschei­dend ist, wie das in der Praxis umge­setzt wird."

Die Frequenzen für den Mobil­funk­stan­dard 5G sollen im Früh­jahr verstei­gert werden. Die neue Mobil­funk­ge­nera­tion soll vor allem höhere Daten­raten beim mobilen Internet-Zugang mit sich bringen. Gleich­zeitig sollen die Latenz­zeiten nied­riger als beim derzeit übli­chen LTE-Stan­dard sein. Dabei ist der Ausbau der neuen Netze vor allem für indus­tri­elle Anwen­dungen wichtig. Politik wollte höhere Auflagen

Kartellamt lobt Vergaberegeln für 5G-Lizenzen

Kartellamt lobt Vergaberegeln für 5G-Lizenzen
Foto: Bundeskartellamt, Montage: teltarif.de

Die Bundes­netz­agentur hatte die Bedin­gungen für die Vergabe der 5G-Frequenzen auf Druck der Politik noch einmal verschärft. Vor allem wurden den Unter­nehmen weiter­ge­hende Auflagen für den Ausbau der Funk­netze gemacht. Das ruft die Netz­be­treiber auf den Plan, die schon für die Lizenzen viel Geld inves­tieren müssen. Wenn nun auch noch immer höhere Auflagen gemacht werden, würde sich das negativ auf die Einnahmen der Unter­nehmen auswirken.

Inzwi­schen haben Telefónica, Voda­fone und die Deut­sche Telekom ange­kün­digt, gegen die geplanten Verga­be­re­geln für die Mobil­funk­fre­quenzen, die für 5G genutzt werden sollen, zu klagen. Auch der Betriebsrat der Deut­schen Telekom hatte sich kritisch geäu­ßert. Er fürchtet Entlas­sungen, falls die Lizenzen unter den zurzeit vorge­se­henen Bedin­gungen verstei­gert werden.

Die Politik erhofft sich perspek­ti­visch eine annä­hernd flächen­de­ckende Mobil­funk­ver­sor­gung, die auch breit­ban­dige Internet-Dienste ermög­licht. Dabei sind auch die heutigen LTE-Netze noch nicht überall in Deutsch­land verfügbar. Wie sich in den in den vergan­genen Monaten veröf­fent­lichten Netz­tests gezeigt hat, weißt vor allem das 4G-Netz der Telefónica noch große Lücken auf. Auch der LTE-Ausbau von Voda­fone liegt noch hinter dem Ausbau­stand der Telekom zurück, die wiederum teil­weise noch mit schlechtem 4G-Empfang inner­halb von Gebäuden kämpft.

Auch in der aktu­ellen Ausgabe des Podcasts von teltarif.de sind wir ausführ­lich auf die anste­hende 5G-Frequenz­auk­tion einge­gangen.

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