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12.08.2019 - 14:15
Rundfunk

5G Broadcast bis zur Winter-Olym­piade 2022 marktreif?

Testbetrieb in China mit Technik aus Bayern

In Bayern wird 5G Broad­cast bereits erprobt. Nun startet auch in China ein Pilot­projekt, bei dem dieser mögliche neue Rund­funk­stan­dard zum Einsatz kommt. Noch in diesem Monat soll das Test­netz starten. Bereits zu den Olym­pischen Winter­spielen 2022, die in Peking statt­finden, soll das Netz für groß­flächige TV-Über­tragungen genutzt werden, die sich auch an die Öffent­lich­keit richten. Bis 2025 ist eine weitere natio­nale Expan­sion geplant. Hörfunk­sendungen über 5G Broad­cast sind offenbar nicht vorge­sehen.

Mit der Durch­führung des Projektes wurden zwei Einrich­tungen der Regie­rungs­behörde Chinese National Radio and Tele­vision Admi­nistra­tion (NRTA) beauf­tragt. Dabei handelt es sich um die Academy of Broad­casting Science (ABS) sowie um die China Broad­casting Network Co. Ltd. (CBN). NRTA erforscht schon seit einiger Zeit den 5G-Mobil­funk­stan­dard. Nun soll der auch im baye­rischen Pilot­projekt genutzte Stan­dard FeMBMS (Further Evolved Multi­media Broad­cast Multi­cast Service) für die Rund­funk­sendungen genutzt werden.

Anstelle eines klein­zelligen Netzes, wie es in den 5G-Mobil­funk­netzen üblich ist, kommt bei FeMBMS das Konzept High Tower High Power (HTHP) zum Einsatz. So besteht das Versuchs­netz in Peking aus zunächst drei Sendern, die am CCTV Tower, Jing Guang Center und Ming Ren Square posi­tioniert werden und demnach rund zehn Kilo­meter vonein­ander entfernt sind. Diese werden - wie auch bei DVB-T und DAB+ üblich - in einem Gleich­wellen­netz (SFN) betrieben. Sende­anlagen von Rhode&Schwarz

Fernsehen auf dem Tablet via 5G Broadcast

Fernsehen auf dem Tablet via 5G Broadcast
Videoausschnitt: ORS, Screenshot: Michael Fuhr

Die Sende­anlagen und Kern­netz­werk-Kompo­nenten kommen vom baye­rischen Unter­nehmen Rhode&Schwarz, das sich auch in Europa seit Jahren im Bereich 5G Broad­cast enga­giert. Die Sender arbeiten mit einer Ausgangs­leis­tung von 1 kW auf einer Mitten­frequenz von 754 MHz. Dabei kommen zunächst 5 MHz Band­breite zum Einsatz. Später ist eine Erwei­terung auf 10 MHz geplant.

Ein von der Tech­nischen Univer­sität Braun­schweig entwi­ckelter SDR-Empfänger (Soft­ware Defined Radio) sowie ein Signal-Analyzer von Kathrein sind im Test­paket enthalten. Vorge­sehen sind verschie­dene Tests. So wollen ABS und CBN unter anderem unter­suchen, wie gut die Netz­abde­ckung ist und wie gut 5G Broad­cast unter den Test­bedin­gungen auch mobil zu empfangen ist. Auch die Feld­stär­keaus­brei­tung wird unter­sucht. Dazu werden Anwen­dungs­möglich­keiten und das Zusam­menspiel mit dem LTE-Unicast-Netz erprobt.

Insbe­sondere die mobilen Empfangs­möglich­keiten und eine Ergän­zung durch klas­sischen Mobil­funk über LTE - etwa in Regionen, in denen sich der Ausbau der 5G-Broad­cast-Netze nicht lohnt - könnte dazu beitragen, den neuen Stan­dard für terres­trisches Fern­sehen zu etablieren. Nach­teil: Verbrau­cher, die viel­leicht gerade erst von DVB-T auf DVB-T2 HD umge­rüstet haben, müssten schon wieder in neues Empfang­sequip­ment inves­tieren.

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